Wirtschaft : Die USA sind ein schlechtes Beispiel

-

Von Maren Peters

Gerade haben die Vereinigten Staaten angekündigt, die Gegner des IrakKrieges vom Wiederaufbau des zerstörten Landes auszuschließen. Das betrifft auch Deutschland. Hiesige Firmen dürfen künftig nur darauf hoffen, dass sie als Zulieferer beim Wiederaufbau zum Zuge kommen. Die Europäische Union hat vermutlich Recht, wenn sie darin weniger ein politisches Signal, als einen ziemlich offensichtlichen Verstoß gegen die Regeln des freien Welthandels wittert.

Die USA gerieren sich zwar als weltweit wichtigster Verfechter des freien Welthandels. Doch vor allem , um anderen Ländern die Senkung der Zollbarrieren und Subventionen und die Vorzüge des freien Welthandels schmackhaft zu machen. Die liberale Haltung endet jedoch schnell, wenn Interessen amerikanischer Firmen und Landwirte betroffen sind.

Tatsächlich steuern die USA in ein neues Zeitalter des Protektionismus. Dafür ist nicht nur die jetzige Überlegung, die Kriegsgegner von Aufträgen auszuschließen, ein Beispiel. Die Stahlzölle hat die Regierung erst aufgegeben, als schmerzhafte Sanktionen der EU drohten. Noch immer unterstützt die amerikanische Regierung ihre Unternehmen mit Exportsubventionen und verschafft ihnen damit Preisvorteile gegenüber ausländischen Konkurrenten. Erst im vergangenen Jahr hat die US-Regierung die Subventionen für ihre Bauern dramatisch erhöht. Gerade plant sie neue Gesetze, die billige chinesische Textilimporte vom US-Markt fern halten sollen. Das alles kollidiert mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Und gibt ein schlechtes Beispiel für die laufende Welthandelsrunde, deren Ziel die weitere Liberalisierung ist.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben