Wirtschaft : Die Verbindung

DANIEL RHEE-PIENING

Die Frankfurter sind wieder einmal mit ihrem Lieblingsthema beschäftigt: Der vollständigen Einführung des elektronischen Handels und der Konzentration auf eine große Börse - nämlich die am Main.Man kann es ihnen nicht verdenken, befinden sie sich doch im Konkurrenzkampf mit Paris und London und ist die Zersplitterung der deutschen Börsenlandschaft mit ihren acht Plätzen gerade im Ausland nur schwer zu vermitteln.Auch den Banken kann es nur recht sein.Sie brauchen nicht mehr an jedem Finanzplatz zusätzliche Mitarbeiter, können die Handelsgeschäfte von einem zentralen Standort per Datenleitung abwickeln.Aber immerhin sind die hessischen Akteure lernfähig, und so haben sie erkannt, daß der Kollege Computer den Menschen eben nicht vollständig ersetzen kann.Die Kursmakler, noch vor Jahren als überflüssig angesehen, sollen nun neue Aufgaben erhalten.Die Notwendigkeit ihrer Existenz wird durchaus anerkannt, und so sollen sie zu Betreuern der Werte werden.Schon heute verhindern sie in dieser Funktion bei umsatzschwächeren Aktien allzu willkürliche Kursausschläge.Da besteht Hoffnung, daß die Frankfurter auch den nächsten Lernschritt mit Erfolg absolvieren: Abseits der großen Börse, an der beispielsweise die Dax-, Stoxx- oder auch M-Dax-Titel gehandelt werden, sollte es auch in Zukunft die Regionalbörsen geben.Auch hier gilt das Subsidiaritätsprinzip.Die kleinen Börsen schaffen die notwendige Nähe zum Anleger und sie geben den Newcomern unter den Firmen die Gelegenheit zum Gang auf das Parkett.Die erfolgreichen Neuemissionen in Berlin sind Beispiele dafür, wie mit einer Börse auch regionale Wirtschaftspolitik betrieben werden kann.

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