Wirtschaft : Die Vermesser der Welt

Die Route zum Ferienhaus ins Navigationssystem eingeben oder die nächste Fahrradtour mit der Radwanderkarte planen: Jeder hat schon einmal Geodaten genutzt. Um sie zu erfassen, zu verarbeiten und aufzubereiten, braucht es Geomatiker. Seit 2010 gibt es den neuen Ausbildungsberuf. Er löst die veraltete Ausbildung zum Kartographen ab.

André Lange (18) und Meik Siebel (29) sind die Ersten, die beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen in Köln zu Geomatikern ausgebildet werden. Das erste Ausbildungslehrjahr entspricht dem eines Vermessungstechnikers. Die meiste Zeit sind sie auf Autobahnen und Baustellen und vermessen. Mit Hilfe spezieller Software werten sie die Daten am Computer aus.

Vermessen sie nicht selbst, beschaffen sie sich die benötigten Daten etwa aus der Straßeninformationsdatenbank. Sie verwenden Vermessungsergebnisse, Luft- und Satellitenaufnahmen und statistische Erhebungen. Daraus machen sie Karten, Pläne und Statistiken. Sogar dreidimensionale Darstellungen sind möglich. Ihre Arbeitsergebnisse werden in den unterschiedlichsten Bereichen gebraucht: im Umweltschutz, in der Landwirtschaft und im Straßenbau. Auch Mobilfunkanbieter greifen auf die Arbeit von Geomatikern zurück. Geomatiker arbeiten in Ingenieurbüros, in Verlagen der Kartographie oder in Medienagenturen.

Die Ausbildung zum Geomatiker dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Laut der Bundesagentur für Arbeit haben die meisten Auszubildenden die Hochschulreife. Die Azubis verdienen 500 bis 900 Euro im Monat, das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt im Schnitt bei 2000 Euro brutto.

Der Fachkräftemangel hat auch die Geobranche erreicht – die Berufsperspektiven sind sehr gut. dpa

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