Wirtschaft : Die VEW streicht 800 Arbeitsplätze

DORTMUND .Die Dortmunder VEW-Konzern will in den kommenden zwei Jahren in seinem angestammten Geschäft Strom rund 800 Stellen streichen und die Belegschaft auf rund 4000 Mitarbeiter verringern.Der Personalabbau werde sozialverträglich ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, hieß es am Dienstag aus Unternehmenskreisen.Auch an der Spitze des Unternehmens könnte es früher als erwartet zu Änderungen kommen.Die "Westfälische Rundschau" und die "WAZ" berichteten, Vorstandschef Fritz Ziegler werde vorzeitig ausscheiden.Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Dienstag, daß die kommunalen Aktionäre am 20.November über die künftige Zusammensetzung des Vorstands der Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen AG (VEW) beraten.Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen den 65jährigen Ziegler, dessen ursprünglich zum Jahresende endender Vertrag um eineinhalb Jahre verlängert worden war.Es gebe die Möglichkeit, daß Ziegler vor Mitte des Jahres 2000 die Unternehmensspitze verlasse, sagte der VEW-Sprecher Jochen Draht.Hierüber müsse allerdings der Aufsichtsrat entscheiden.Der VEW-Aufsichtsratsvorsitzende und Dortmunder Oberbürgermeister Günter Samtlebe hatte sich am Montag für einen vorzeitigen Wechsel an der Konzernspitze ausgesprochen.

Aus Unternehmenskreisen hieß es, VEW plane die Abschaffung der traditionellen Mehrstimmrechte der kommunalen Aktionäre.Möglicher Zeitpunkt für einen solchen Schritt sei die nächste VEW-Hauptversammlung.Die kommunalen Aktionäre verfügen derzeit bei einem Kapitalanteil von gut 55 Prozent durch Aktien, die mit einem bis zu dreifachen Mehrstimmrecht ausgestattet sind, über rund 75 Prozent der Stimmen in der Hauptversammlung.Im Gegensatz zur RWE AG, bei der die kommunalen Aktionäre ihre Mehrheit in der Hauptversammlung eingebüßt hatten, sollen die Kommunen in der VEW-Hauptversammlung mit einem Anteil von 55 Prozent jedoch weiterhin die bestimmende Kraft bleiben.Für das laufende Geschäftsjahr 1998 erwartet VEW einen Umsatzanstieg um rund 1,4 Mrd.DM auf rund zehn Mrd.DM und ein Ergebnis in Vorjahreshöhe von 326 Mill.DM.

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