DIE VORSTANDSVORSITZENDEN : Club der alten weißen Männer

Zu viele weiße deutsche Männer säßen in den Führungsetagen der hiesigen Konzerne, hat Siemens-Chef Peter Löscher (50) jüngst beklagt. Die Statistik gibt ihm recht. In den 20 Jahren der Dax-Geschichte waren die Vorstandsvorsitzenden ausschließlich weiße Männer, und Ausländer wie der Österreicher Löscher stellten nur eine kleine Minderheit. Eine Frau auf dem Chefsessel eines der 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen – das hat es noch nie gegeben.

Auch die Altersstruktur hat sich nicht radikal verändert: Beim Start des Dax war der durchschnittliche Vorstandschef knapp 58 Jahre alt, heute sind es gut 53 Jahre. Doch die Amtszeiten werden immer kürzer: In den ersten Jahren des Index war der durchschnittliche Vorstandschef eines Dax-Konzerns bereits seit rund sieben Jahren im Amt, heute sind es nur noch vier Jahre. Im Jahr 2003 wurden die meisten Konzernchefs ausgetauscht, nämlich acht. Doch das laufende Jahr ist in dieser Hinsicht auf Rekordkurs: Vier Vorstandschefs wurden bereits ausgewechselt, und das Jahr ist nächste Woche erst halb rum.

Dienstälteste Vorstandsvorsitzende sind derzeit Michael

Frenzel (61) von der Tui mit bald 15 Jahren im Amt und Ekkehard Schulz (66) von Thyssen-Krupp mit ebenfalls mehr als zehn Jahren. Früher wäre ihre Seniorität allerdings nicht besonders aufgefallen: Walter Deuss kam als Vorstandsvorsitzender von Karstadt und später Karstadt-Quelle (heute: Arcandor) auf 28 Jahre Amtszeit, Eberhard von Kuenheim bekleidete den Spitzenjob bei BMW 23 Jahre lang, Wolfgang Schieren stand 20 Jahre an der Spitze der Allianz. Moritz Döbler

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