Wirtschaft : Die VW-Spitze wackelt weiter

Früherer Opel-Chef Forster als Nachfolger von Pischetsrieder gehandelt

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Berlin - Über die Besetzung der VW- Spitze gibt es erneut Spekulationen. Das Magazin „Der Spiegel“ brachte am Wochenende den früheren Opel-Chef Carl-Peter Forster als Nachfolger von VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder ins Gespräch. Pischetsrieders Vertrag läuft im Frühjahr 2007 aus und sollte eigentlich in diesen Wochen verlängert werden. Doch die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat um IG-Metall-Chef Jürgen Peters hat ebenso Bedenken wie Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Vor einigen Wochen hatte Piëch überraschend öffentlich Zweifel an Pischetsrieders Zukunft geäußert. Angeblich hat Piëch sogar den wichtigsten Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, den Audi- Chef Martin Winterkorn als Pischetsrieder-Nachfolger vorgeschlagen. Das hätten die beiden aber abgelehnt.

Pischetsrieder ist angeschlagen seit dem vergangenen Herbst: Piëch und Peters setzten gegen seinen und auch Wulffs Willen den damaligen Audi-Personalvorstand Horst Neumann als VW-Personalvorstand durch. Pischetsrieder soll damals gedroht haben, entweder Neumann oder er, worauf die Aufsichtsratsspitze auf Neumann beharrte und somit Pischetsrieder den Rücktritt nahe legte. Doch Pischetsrieder, berühmt für seine Geduld und Gelassenheit, blieb.

Wulff würde nun gerne Pischetsrieders Vertrag auf der Aufsichtsratssitzung am 19./20. April verlängern. Das lehnt die IG Metall ab. Vordergründig will die Gewerkschaft die VW-Hauptversammlung am 3. Mai und die Neuwahlen zum Aufsichtsrat abwarten. Tatsächlich warten IG Metall und Betriebsrat aber auf die Details des Sanierungsprogramms bei der Marke VW. Bislang hat Pischetsrieder nur vage davon gesprochen, dass bis zu 20 000 Arbeitnehmer von der Restrukturierung betroffen seien.

Carl-Peter Forster war übrigens ebenso wie Pischetsrieder in den 90er Jahren im BMW-Management. Danach wurde er Opel-Chef und führt inzwischen die Geschäfte der Opel-Mutter General Motors in Europa. Dort hieß es am Sonntag, Forster habe kein Interesse an einem Wechsel. alf

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