Wirtschaft : Die Werbung setzt auf 2004

Agenturen erwarten nach Flaute wieder steigende Umsätze

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Berlin (mot). Die deutschen Werbeagenturen erwarten nach drei Jahren Werbeflaute wieder steigende Umsätze. Im kommenden Jahr, so eine Umfrage des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA), rechnet die große Mehrheit (86 Prozent) mit Erlöszuwächsen. Auch bei den Renditen sehen die Werber wieder zuversichtlich ins Jahr 2004. Vorboten des Aufschwungs sind die so genannten SpendingSignale der Unternehmen. Vor allem Nahrungs- und Genussmittelhersteller, Banken und Finanzdienstleister sowie die Auto- und Konsumgüterindustrie wollen danach wieder mehr für Werbung ausgeben.

Für das laufende Jahr bleiben die Aussichten der Agenturen aber noch mager: Mehr als eine „schwarze Null“ sei bei der Umsatzentwicklung nicht drin, sagte GWA-Präsident Holger Jung am Donnerstag in Berlin. Im vergangenen Jahr waren die Umsätze um 1,8 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro gesunken. Wie sich die Werbeinvestitionen der Wirtschaft im kommenden Jahr insgesamt entwickeln werden, mochte Jung noch nicht voraussagen. Nach zwei Minusjahren stagnieren die Gesamtausgaben der werbetreibenden Wirtschaft 2003 bei 29,6 Milliarden Euro. Ein „zartes Wachstum“ sei möglich, sagte Jung. „Es knallen also noch nicht die Sektkorken“, räumte er ein.

Da die Unternehmen trotz Konsumflaute realisiert hätten, dass sie in einem immer härteren Verdrängungswettbewerb stünden, „müssen sie einfach jetzt etwas im Marketing tun“. Für die deutsche Wirtschaft seien die Erwartungen der Werbeagenturen ein positives Signal, weil steigende Werbeausgaben ein Indiz für mehr Wachstum seien. Um die Konsumnachfrage wieder anzuregen, sei nun auch die Politik gefordert, die die Verbraucher verunsichert habe. Der Verband vertritt 130 Werbe- und Kommunikationsagenturen mit insgesamt 16700 Beschäftigten. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 1,87 Milliarden Euro.

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