Wirtschaft : Die Wettbewerbsfähigkeit der Branchen soll durch Zusammenarbeit gestärkt werden

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Die deutschen Maschinenbauer und die deutsche Automobilindustrie wollen enger zusammenarbeiten. Das "Kompetenzzentrum Automobilindustrie", das von den Branchenverbänden VDMA und VDA getragen wird, soll künftig für beide Seiten wichtige Fragestellungen und Probleme aufgreifen und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Maschinenbau und Autoindustrie stärken. Auch wenn Zulieferer und Autohersteller schon heute auf vielen Feldern eng zusammenarbeiten, sind die Potenziale nach Ansicht von Thilo Brodtmann, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VDMA, "noch nicht ausgeschöpft".

Das "Kompetenzzentrum Automobilindustrie", das am Donnerstag auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt wurde, kann nach Ansicht von VDA-Geschäftsführer Gunter Zimmermeyer auch dazu führen, dass die Autohersteller noch mehr Arbeiten auf die Zulieferer übertragen. Das sei allerdings kein genereller Trend. Nach Erkenntnissen des VDMA wächst in manchen Fällen die Furcht der Autohersteller vor einem zu hohen Wissensabfluss, wenn zu viele Aufgaben an Zulieferer übertragen werden. Deshalb werde dies schon wieder zurückgefahren. Die Maschinenbauer betrachten diese Entwicklung als Rückschritt und wollen mit dem Kompetenzzentrum auch eine neue Vertrauensbasis schaffen.

Angesichts des sich dramatisch verschärfenden Wettbewerbs in der Autobranche, der immer kürzeren Entwicklungszeiten für neue Modelle und dem Zwang zu mehr Effizienz ist eine enge Kooperation mit dem Maschinenbau nach Ansicht von Zimmermeyer fast unausweichlich. Die Bereitschaft der im Wettbewerb stehenden Konzerne zur Vereinheitlichung von EDV-Systemen oder von Produktionsschritten, um besser mit den Zulieferern kooperieren zu können, sei bis zu einer gewissen Schwelle durchaus vorhanden. "Es geht nicht nur um den Wettbewerb in der Autoindustrie und im Maschinenbau, sondern auch um den Wettbewerb der Standorte." Durch das Kompetenzzentrum könnten sich beide Seiten auch auf dem Weltmarkt Vorteile verschaffen.

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