Wirtschaft : DIE WOCHE

Unternehmen, Märkte, Wirtschaftspolitik

Die Bilanzsaison

ist voll im Gange. In dieser Woche präsentieren wichtige Unternehmen Zahlen zum dritten Quartal, für einen Zeitraum also, in dem die Finanzkrise einen neuen Höhepunkt erreichte. Den Anfang macht am Montag die Post, die ein hartes Sparprogramm vorlegen dürfte. Am Dienstag berichtet der Energiekonzern RWE über seine Quartalsergebnisse, die Lufthansa legt Verkehrszahlen für Oktober vor. Am Mittwoch blicken die Märkte nach München, wo der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate nach Erwartungen von Analysten einen Quartalsverlust von über 2,3 Milliarden Euro bekannt geben dürfte. Auch am Donnerstag könnten schlechte Nachrichten aus Bayerns Hauptstadt kommen: Der Technologiekonzern Siemens wird wohl erstmals seit dem Jahr 2000 rote Quartalszahlen vorlegen. Zum Schluss der Börsenwoche am Freitag legen unter anderem der Touristikkonzern Tui, der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und die Landesbank Berlin (LBB) Geschäftszahlen vor.

.

Im Tarifkonflikt

der Metallindustrie kommt es am Dienstag zu den wohl entscheidenden Verhandlungen. In Sindelfingen treffen die Vertreter des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Gewerkschaft IG Metall aufeinander. Letztere fordern acht Prozent mehr Lohn für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche. Die Gegenseite bietet 2,1 Prozent plus eine Einmalzahlung. Der Samstag steht politisch ganz im Zeichen der Finanzkrise und ihren Folgen. In Washington kommen die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrienationen (G 20) zusammen, wozu auch die Schwellenländer China, Indien und Brasilien gehören. Dort trifft der designierte US-Präsident Barack Obama erstmals seit seiner Wahl auf Kanzlerin Angela Merkel.

Die Konjunkturentwicklung

im kommenden Jahr steht am Mittwoch im Mittelpunkt, wenn der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die sogenannten fünf Wirtschaftsweisen, ihr Jahresgutachten vorlegen. Vorab wurde bekannt, die Experten seien pessimistischer als die Bundesregierung und rechnen für das kommende Jahr nur noch mit einem Nullwachstum. Auch die Europäische Zentralbank und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wollen im Laufe der Woche Prognosen abgeben. kph

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben