Wirtschaft :  DIE WOCHE 

Unternehmen, Märkte, Wirtschaftspolitik

Konjunktur in der Krise. Eine Reihe von Wirtschaftsdaten wird in dieser Woche zeigen, ob der Tiefpunkt der Rezession durchschritten ist – oder ob es noch schlimmer kommt. Beim Auftragseingang in der Industrie (Montag), der Produktion in den Sektoren Bau, Industrie und Energie sowie der Entwicklung von Export und Import (Dienstag), jeweils für den Monat April, erwarten Experten ein Ende der steilen Talfahrt. Angesichts der miserablen Lage dürfte die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal aber enorm gestiegen sein – darüber informiert das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Eine Umfrage des Industrieverbands BDI bei Mittelständlern (Montag) wird zeigen, welche Pläne die Unternehmen für die nächsten Monate haben. In den USA ist die Konjunkturlage am Mittwoch ein wichtiges Thema, wenn die Notenbank Federal Reserve ihren Lagebericht (Beige Book) vorstellt.

Ohne Rettung der Banken wird die Krise noch lange dauern, das ist allen Experten klar. Um die Landesbanken, die durch den Handel mit riskanten Wertpapieren schwer angeschlagen sind, zu entlasten, soll es für sie eine spezielle Bad Bank geben, in der sie Risikopapiere bündeln können. Ein entsprechendes Gesetz wird das Kabinett am Mittwoch verabschieden. Wie die Landesbank Berlin durch die Krise kommt, wird sie am Dienstag auf ihrer Hauptversammlung erläutern.

Mit Staatshilfe wollen auch Unternehmen wie Heidelberger Druckmaschinen durch die Krise kommen. Am Dienstag will der im M-Dax notierte Konzern erläutern, warum es ihm so schlecht geht. Um Hilfe vom Staat haben auch die privaten Krankenversicherer mit ihrer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ersucht, sie halten Teile der jüngsten Gesundheitsreform für rechtswidrig. Beistand ganz anderer Art erhofft sich der US-Computerkonzern Apple: Auf einer Entwickler-Konferenz taucht Gerüchten zufolge der lange Zeit erkrankte charismatische Firmenchef Steve Jobs, Spitzname iGod, wieder auf. Dessen Popularität hätte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold auch gerne. Angesichts der Lage der Luftfahrtbranche wird er am Mittwoch auf der Hauptversammlung seines Unternehmens in London aber eher nicht mit Jubelstürmen rechnen dürfen. An diesem Montag präsentiert Air Berlin zudem Verkehrszahlen für den Monat Mai, der Rivale Deutsche Lufthansa tut dies zwei Tage später. brö

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