Wirtschaft : DIE WOCHE

Unternehmen, Märkte, Wirtschaftspolitik

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Top-Thema der Woche wird das Revisionsverfahren im Mannesmann-Prozess sein. Am Mittwoch will der Bundesgerichtshof (BGH) sein Urteil verkünden, das über die Zukunft von Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann entscheiden könnte. Im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone wurde ihm Untreue vorgeworfen. Sollte der BGH den Freispruch des Oberlandesgerichts Düsseldorf aufheben, müsste der Banker erneut vor Gericht. Das Image der Deutschen Bank würde Schaden nehmen, und es wäre sogar fraglich, ob Ackermann als Vorstandschef tragbar bliebe. Bereits am Dienstag wird er sich wegen des in die Krise geratenen offenen Immobilienfonds „Grundbesitz Invest“ verteidigen müssen. Bei einem Treffen mit Finanzminister Peer Steinbrück wollen die Banken- und Verbandschefs aus dem Sparkassen- und Genossenschaftslager Ackermann scharf kritisieren, wie das Handelsblatt erfuhr.

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In der letzten Woche vor Weihnachten legen gleich mehrere Wirtschaftsinstitute ihren Konjunkturausblick für 2006 vor. Den Anfang macht das Ifo-Institut am Montag, am Mittwoch folgen dann das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv ( HWWA ) und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle ( IWH ). Erwartet wird insgesamt eine optimistischere Einschätzung als noch in den vergangenen Monaten. Am Mittwoch richtet sich das Augenmerk außerdem auf den Bundesrat , der sich mit den Beschlüssen der großen Koalition zum Abbau von Steuervergünstigungen beschäftigen wird. Da Union und SPD in der Länderkammer über eine Mehrheit verfügen, wird mit keinem größeren Widerstand gerechnet.

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Am Kapitalmarkt sind vor allem die neuen Indexzusammensetzungen der Deutschen Börse von Interesse. Am Montag wird die Hypo Real Estate Holding neu in den Dax aufgenommen. Sie ersetzt die Hypo-Vereinsbank . Diese wiederum wechselt in den M-Dax. In den Tec-Dax aufgenommen werden ErSol Solar Energy und Q-Cells . Insgesamt wird in der Vorweihnachtszeit mit ruhigem Handel gerechnet, es fehlt an handfesten Firmendaten.

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Auf Unternehmensseite wird vor allem der Energiekonzern Eon Beachtung finden. Er will am Dienstag seine Investitionsplanung bis 2008 vorstellen. Nachdem Konkurrent RWE wegen veralteter Strommasten in die Kritik geraten ist, werden die Erneuerungsvorhaben von Eon mit Spannung erwartet. Tsp

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