Wirtschaft : DIE WOCHE

Unternehmen, Märkte, Wirtschaftspolitik

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Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke am Montag in Richtung USA. Dort beginnt der Prozess gegen die beiden Ex-Chefs des Energiekonzerns Enron , Kenneth Lay und Jeff Skilling , die den größten Bilanzskandal der amerikanischen Geschichte ausgelöst haben sollen (siehe Seite 17). In Deutschland dagegen wird vor allem die Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank wichtig. Das größte Geldhaus des Landes stellt am Donnerstag sein Ergebnis für 2005 vor. Erwartet wird ein Reingewinn von 3,7 Milliarden Euro . Dennoch steht es um den Ruf des Instituts nicht gerade gut: Der geplante Stellenabbau, die Krise eines Immobilienfonds und nicht zuletzt die polarisierende Art von Konzernchef Josef Ackermann kratzen am Image.

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Weitere Unternehmenszahlen legen am Dienstag Google und am Donnerstag Henkel vor. Daneben könnte es Neuigkeiten bei der Deutschen Telekom geben, die ebenfalls am Donnerstag die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi fortsetzt.

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An den Märkten wird in dieser Woche unter anderem der Einzelhandel von Interesse sein. Am Dienstag wird der Branchenumsatz in Deutschland im Monat Dezember, also während des Weihnachtsgeschäfts, bekannt gegeben. Die Zahlen könnten Aufschluss über die weitere Entwicklung der Binnennachfrage liefern, die in den vergangenen Jahren unter dem schwachen Konsum gelitten, sich zuletzt aber leicht erholt hat.

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Ebenfalls am Dienstag werden die Arbeitsmarktdaten für den Januar veröffentlicht. Zuletzt hatte sich der Arbeitsmarkt etwas besser entwickelt; allerdings steigen die Arbeitslosenzahlen im Januar gewöhnlich wegen des Wintereinbruchs. Die besonders starke Kältewelle in diesem Jahr könnte den Arbeitsmarkt daher belasten – vor allem im Baugewerbe.

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Für die Verbraucher könnte der Dienstag ebenfalls ein wichtiger Tag werden. Denn die Bundesnetzagentur will Details zu dem von ihr entwickelten Gasnetzzugangsmodell vorstellen. Durch dieses Modell sollen neue Anbieter leichter Zugang zu den Netzen der etablierten Gaswirtschaft bekommen. Für die Kunden könnte dies langfristig mehr Wettbewerb und damit tendenziell niedrigere Preise bedeuten. Bisher haben Privatkunden in Deutschland keine Möglichkeit, ihren Gasversorger frei zu wählen. Noch in diesem Jahr soll sich das nun ändern. Tsp

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