Wirtschaft : Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland steigt

WIESBADEN (kvo).Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland hat im vergangenen Jahr erstmals seit der Wiedervereinigung wieder zugenommen.Im Jahresdruchschnitt 1998 gab es nach ersten vorläufigen Berechnungen 34,006 Millionen Erwerbstätige in der Bundesrepublik, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.Dies seien 11 000 mehr als 1997.Allerdings nahm lediglich die Zahl der Arbeitsplätze in den alten Ländern zu, und zwar um 36 000.In Ostdeutschland gingen dagegen 25 000 Stellen verloren.Seit 1991 nahm die Zahl der Arbeitsplätze um rund 2,6 Millionen ab, die Zahl der Arbeitslosen um fast 1,7 Millionen zu.Im Westen fiel jede 20.Stelle weg, im Osten dagegen mehr als jede sechste.

In den alten Ländern verzeichneten die Statistiker im vergangenen Jahr 27,953 Millionen Erwerbstätige, in den neuen Ländern 6,053 Millionen.In Ostdeutschland gab es damit nicht annähernd so viele Stellen wie im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 7,166 Millionen Arbeitsplätzen.Neben diesem Bundesland nahm die Zahl der Erwerbstätigen auch in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu.In Bayern, Hamburg sowie Sachsen und Sachsen-Anhalt stagnierte die Zahl der Arbeitsplätze; in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen ging sie zurück.

Den stärksten Rückgang der Erwerbsttägigenzahl - um 1,8 Prozent oder 26 000 verzeichnete die Bundeshauptstadt.Dabei gingen im Westteil der Stadt 28 000 Arbeitsplätze verloren, während im Ostteil 2000 hinzukamen.Den stärksten prozentualen Anstieg bei der Erwerbstätigkeit gab es im Saarland mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent oder 4000 Menschen auf 434 000.Auf Platz zwei folgt Nordrhein-Westfalen mit einem Zuwachs um 0,7 Prozent.

Seit Erhebung gesamtdeutscher Zahlen 1991 nahm die Zahl der Erwerbstätigen in Westdeutschland um 1,33 Millionen oder 4,5 Prozent ab.In Ostdeutschland war der absolute Rückgang mit minus 1,27 Millionen fast genauso hoch, verhältnismäßig mit minus 17,3 Prozent aber fast viermal so stark.Rechnerisch übten damit im vergangenen Jahr 41,5 Prozent der Bevölkerung eine Erwerbstätigkeit aus.1991 hatte diese Quote noch 45,8 Prozent betragen.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamts hat die Zahl der Arbeitnehmer zwischen 1991 und 1998 deutlich abgenommen, während dagegen die Zahl der Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen stieg.

Nach Wirtschaftsbereichen geordnet, enstanden allein bei Dienstleistungsunternehmen neue Stellen.Diese beschäftigten 1998 gut ein Viertel mehr Menschen als 1991.In der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei ging in diesem Zeitraum mehr als jede dritte Stelle verloren.Die Industrie baute gut 20 Prozent ihrer Arbeitsplätze ab.Weniger stark, gut sechs Prozent, nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Bereich Handel und Verkehr ab.Staat und private Haushalte beschäftigten nach den jüngsten Daten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im vergangenen Jahr vier Prozent weniger Menschen als 1991.

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