Wirtschaft : Die Zahlen entsprechen den Erwartungen - vergleichsweise bescheidendes Umsatzplus in Deutschland

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Mit seinen vorläufigen Ergebniszahlen für 1999 entspricht der Berliner Pharmakonzern den Erwartungen der Analysten. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, erhöhte sich der Umsatz um zwölf Prozent auf über 3,6 Milliarden Euro. Der Zuwachs sei zu neun Prozent auf das gute Mengengeschäft zurückzuführen, schreibt das Unternehmen in einer Presseinformation. Auch die Aktivitäten in den USA hätten Schering ein starkes viertes Quartal beschert, heißt es. Trotz der "ungünstigen pharmapolitischen Rahmenbedingungen" in Deutschland sei bundesweit ein Umsatzplus von zwei Prozent erreicht worden.

Der vorläufige Gruppengewinn stieg um elf Prozent auf 272 Millionen Euro. Das höhere Betriebsergebnis führt Schering vor allem auf die stabile Umsatzentwicklung, höhere Bruttomargen und unterproportional gestiegene Gemeinkosten zurück.

Dagegen ist das Finanzergebnis von Schering deutlich gesunken. Dabei wirkten sich den Angaben zufolge der Ergebnisrückgang bei der Tochter Agrevo aus, die von der Stagnation im Pflanzenschutzbereich betroffen ist. Auch die Umstrukturierung für die nach der Fusion von Hoechst und Rhone-Poulenc aus Agrevo hervorgegangene Aventis CropScience hat Kosten verursacht. Unter Berücksichtigung des Aktienrückkaufs konnten der Gewinn pro Aktie aber um 13 Prozent erhöht werden.

Als Wachstumsmotoren erwiesen sich im vergangenen Jahr das Produkt Betaferon zur Behandlung der Multiplen Sklerose und das Diagnostika-Geschäft. Der Betaferon-Umsatz erhöhte sich um 23 Prozent auf 454 Millionen Euro. Der gesamte Geschäftsbereich der Therapeutika, zu dem Betaferon zählt, legte um 14 Prozent auf über 1,1 Milliarden Euro zu. Viel verspricht sich Schering überdies von seiner jüngsten Neuerwerbung, der japanischen Mitsui Pharmaceuticals, die u.a. im Bereich Onkologie tätig ist.

Im Diganostika-Bereich, der um 18 Prozent auf über eine Milliarde Euro wuchs, erwies sich das Geschäft mit Röntgenkontrastmitteln, allen voran mit Magnevist - ein Produkt für die Magnetresonanztomographie - als nennenswerte Umsatzstütze. Umsatzstärkste Sparte bleibt aber unverändert der Bereich Fertilitätskontrolle und Hormontherapie der ein Umsatzplus von sechs Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro verzeichnete. Dabei spielten neben neuartigen Kontrazeptiva auch die Markteinführung der Pille in Japan eine Rolle.

In der Dermatologie schließlich wuchs der Umsatz um fünf Prozent auf 199 Millionen Euro. Schering beabsichtigt, die Präsenz in den USA weiter auszubauen und ein "Global Player im Dermatologie-Geschäft" zu werden. Dabei gilt die Kooperation mit Dusa Pharmaceuticals über exklusive Marketing- und Vertriebsrechte vom vergangenen November als wegweisend. Im übrigen will die Gruppe das Arbeitgebiet der Radiopharmaka - ein Schnittbereich zwischen Diagnose und Therapie - weiter ausbauen. Nachdem im Herbst der US-Forschungs- und Entwicklungsspezialist Diatide übernommen wurde, kündigte Schering den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am französischen Unternehmen ORIS/CIS Bio International für das erste Quartal 2000 an.

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