Wirtschaft : Die Zukunft liegt in Europa

TOM WEINGÄRTNER

VON TOM WEINGÄRTNERWenige Tage vor der Entscheidung über die Europäische Währungsunion bahnt sich auch bei den Deutschen ein bemerkenswerter Meinungsumschwung an.Länger als die Bevölkerung anderer EU-Partnerländer haben sie gebraucht, um sich damit abzufinden, daß die währungspolitische Zukunft auch der Bundesrepublik in Europa liegt.Das ist insofern verständlich als die Deutschen mit der Währungsunion das größte Opfer bringen.Sie geben stabiles Geld auf, das schon heute anerkannte internationale Reservewährung ist.Die 50jährige Tradition, die hinter der D-Mark steht, begründet ein Vertrauenskapital, das die Deutschen mit der Einführung des Euro zumindest in Teilen verlieren.Anderen Ländern fällt diese Trennung aus naheliegenden Gründen leichter.Bedenkenträger und Skeptiker aus allen Lagern haben in den letzten Jahren alles unternommen, um die damit verbundenen Ängste der Menschen zu schüren.Nicht immer ging es ihnen um die Spargroschen von Müllers oder Maiers.Aber immer weniger Leute lassen sich von den Populisten ins Bockshorn jagen.Das ist eine gute Nachricht.Für den Euro sinkt damit das Risiko, zwischen die Fronten des deutschen Wahlkampfes zu geraten.Wenn sich damit keine Stimmen mehr gewinnen lassen, sinkt auch die Neigung der Politiker, Stimmung gegen die Währungsunion zu machen.Spät, aber nicht zu spät setzt sich hierzulande die Einsicht durch, daß die wirtschaftlichen Herausforderungen der jüngsten Vergangenheit nicht nur kleine Korrekturen sondern einschneidende Veränderungen verlangen.Die neue Währung gehört dazu.Sie ist Voraussetzung dafür, daß in Europa so große Märkte entstehen wie in anderen Teilen der Welt.Selbst wenn der Euro nicht ganz so stabil sein sollte wie die D-Mark, wird dieser Vorteil alleine für die deutsche Wirtschaft und für all diejenigen, die von ihr leben, größer sein als die Nachteile.

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