Wirtschaft : Dienstleistern geht es deutlich besser

O U (rtr)

FRANKFURT (MAIN) . Die Lage der deutschen Dienstleistungsunternehmen hat sich im Juni deutlich verbessert. Der Reuters-Service-Index Deutschland wuchs im Juni kräftig und erreichte saisonbereinigt mit 54,9 Punkte nach 51 Zählern im Mai den höchsten Wert seit September 1998, teilte die Forschungsgruppe NTC am Montag mit, die den Index ermittelt. Jeder fünfte der Umfrageteilnehmer habe über eine Ausweitung seiner Geschäftsaktivitäten berichtet. Als Grund für den starken Zuwachs nannten Dienstleistungsfirmen hauptsächlich das expandierende Neugeschäft. Auch die Zuversicht der Branche in die künftige Entwicklung nahm im Juni weiter zu, der Index der Geschäftserwartungen stieg auf 55,7 von 54,1 Punkten im Vormonat.

Bei den Auftragsneueingängen verbuchten die Dienstleister nach Einbußen in den vergangenen sechs Monaten im Juni saisonbereinigt erstmals wieder einen Anstieg. Der Index überstieg mit 51,1 (48,7) Punkten zum ersten Mal seit November 1998 wieder die 50-Punkte-Marke. Hier meldeten die Unternehmen aus dem Bereich IT und Computer die größten Zuwächse. Das höhere Geschäftsvolumen und der wachsende Kapazitätsdruck führten bei den Dienstleistern im Juni wie schon im Mai zu mehr Neueinstellungen. Der Index der Beschäftigung stieg saisonbereinigt auf 51,1 (50,8) Punkte.

Die Preisentwicklung war durch steigende Lohn- und Gehaltskosten bei gleichzeitig rückläufigen Absatzpreisen aufgrund des anhaltend starken Wettbewerbs gekennzeichnet. Der saisonbereinigte Index lag mit 46,8 (43,9) Punkten aber über dem Vormonat. Zum einen habe eine zunehmende Zahl von Firmen die höheren Kosten in den Verkaufspreisen weitergeben können, zum anderen sorgten höhere Zinssätze für zusätzlichen Preisauftrieb.

Der Optimismus der deutschen Dienstleistungsbranche mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten hat sich im Juni weiter verbessert und erreichte den höchsten Stand der letzten drei Monate. Der Geschäftserwartungsindex legte auf 55,7 (54,1) Punkte zu. Obwohl mehr als ein Viertel der Befragten eine Geschäftsausweitung in den nächsten zwölf Monaten erwartet und nur 14 Prozent mit einem Rückgang rechnen, liegt der Grad der Zuversicht aber immer noch unter dem Vorjahreswert. Für den Service-Index Deutschland werden repräsentativ Firmen des deutschen Dienstleistungssektors danach befragt, wie sie ihre Geschäftslage im Vergleich zum Vormonat einschätzen. Index-Werte über 50 Punkte signalisieren ein Wachstum, Werte unter dieser Grenze ein Schrumpfen des Sektors. Der Reuters-Service-Index Deuschland erfaßt alle deutschen Dienstleistungsbereiche mit Ausnahme des Groß- und Einzelhandels, des öffentlichen Dienstes und der Vermietung von Privatunterkünften.

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