Wirtschaft : Diese Zulage können wir uns sparen

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Von Heike Jahberg

Deutschland spart. Ganz Deutschland? Nein. Eine unverdrossene Gruppe von Bürgern investiert nach wie vor – die Eigenheimbauer. Ein gutes Zeichen? Haben die Deutschen wieder Vertrauen in die Zukunft?

Im Gegenteil: Hinter dem neuen Bauboom steckt die nackte Panik. Was im ersten Anlauf an den Ländern scheiterte, will die Bundesregierung jetzt im zweiten Versuch schaffen: Zum Jahresende soll die Eigenheimzulage nun wirklich abgeschafft werden. Bauherren gingen dadurch erkleckliche Summen flöten, und mancher Mieter dürfte den Bau eines neuen Häuschens am Stadtrand erst einmal auf unbestimmte Zeit verschieben. Kein Wunder, dass die Lobbyisten aus der Bauwirtschaft und die Vertreter der Bausparkassen jetzt noch mit allen Mitteln versuchen, die Zulage zu retten. Genauso wie die Wohnungsbauprämie, mit der der Staat das Bausparen versüßt.

Doch leider fehlen ihnen die Argumente. Statt Wohnungsnot herrscht in vielen Teilen Deutschlands ein Überangebot an Wohnraum. 1,3 Millionen Wohnungen stehen allein in Ostdeutschland leer. Kein Wunder, dass auch die ostdeutschen Regierungschefs die Eigenheimzulage für entbehrlich halten. Aber nicht nur sie: Auch Städteplaner schlagen Alarm. Denn die Eigenheimzulage fördert die Stadtflucht. Immer größer wird der Speckgürtel um die Ballungszentren, in dem sich Städter ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Mit Subventionen in Milliardenhöhe zahlt der Staat dafür, dass immer mehr Landstriche zersiedelt werden. Und das in Zeiten knapper Kassen. Höchste Zeit, sich diesen Unsinn zu sparen.

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