Differenzen mit Prock-Schauer : Air Berlin trennt sich von Kommunikationschef Berlinghoff

Im Mai hatte Air Berlin-Chef Prock-Schauer ein Konzept für die Zukunft der angeschlagenen Fluggesellschaft angekündigt. Passiert ist bis heute - nichts. Nun muss der Chefsprecher gehen.

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Ohne Sprecher. Air Berlin-Chef Prock-Schauer soll sich mit dem Leiter der Kommunikationsabteilung überworfen haben.
Ohne Sprecher. Air Berlin-Chef Prock-Schauer soll sich mit dem Leiter der Kommunikationsabteilung überworfen haben.Foto: dpa

Während die Öffentlichkeit seit Monaten auf das neue Konzept wartet, mit dem die Air Berlin die Zukunft meistern will, trennt sich die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin überraschend von ihrem Kommunikationschef Uwe Berlinghoff.

„Uwe Berlinghoff wird die Air Berlin verlassen“, bestätigte eine Sprecherin der Airline auf Anfrage. Der Name seines Nachfolgers werde bekannt gegeben, sobald dieser feststehe. Bis dahin übernimmt Yasmin Born, zuständig für externe Kommunikation, zusätzlich die Aufgaben von Berlinghoff.

Offenbar keine einvernehmliche Trennung

„Ich möchte Sie darüber informieren, dass Uwe Berlinghoff Air Berlin verlassen wird, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden“, teilte Airline-Chef Wolfgang Prock-Schauer den Mitarbeitern in einem Rundschreiben mit, das dem Tagesspiegel vorliegt.

Ganz so einvernehmlich scheint die Trennung nicht erfolgt zu sein. Der bisherige Kommunikationschef wurde bereits von seinen Aufgaben freigestellt. Berlinghoff selbst will sich „wegen der laufenden Gespräche“, die dem Vernehmen nach bereits von Rechtsanwälten geführt werden, nicht zu dem Vorgang äußern.

Bilanz-Verkündung wurde zweimal verschoben

Berlinghoff, der zuvor die Hauptstadtrepräsentanz der Adam Opel AG leitete, hatte die Leitung der Air Berlin-Kommunikation Anfang 2011 noch unter dem damaligen Airline-Chef Joachim Hunold übernommen, der dann von Hartmut Mehdorn abgelöst wurde.

Mit dem Österreicher Wolfgang Prock-Schauer, der seit 2013 an der Spitze der Fluggesellschaft steht, soll es zunehmend Differenzen über die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit der Air Berlin gegeben haben. Die Gesellschaft hatte ihre Bilanzpressekonferenz im Frühjahr zweimal verschoben. Das Konzept einer von Prock-Schauer im Mai angekündigten Neuausrichtung des Unternehmens wurde noch immer nicht vorgestellt.

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