Wirtschaft : Digitaler Reisepass mit Fingerabdruck kommt 2005

Bundesdruckerei präsentiert auf der Cebit ihr Konzept

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Hannover (dpa). Der digitale Reisepass und die elektronische Gesundheitskarte können in Deutschland nach Ansicht der Industrie bereits in den kommenden beiden Jahren eingeführt werden. Die Bundesdruckerei geht davon aus, dass bereits ab 2005 die ersten digitalen Reisepässe ausgestellt werden können. Auf einem Chip werden dann das Gesicht und zwei Fingerabdrücke als biometrische Merkmale abgespeichert sein. Dadurch werde die Fälschungssicherheit erhöht. Die Bundesdruckerei präsentierte das Konzept für den digitalen Reisepass am Freitag auf der Computermesse Cebit in Hannover.

Die Kosten für einen solchen Pass würden sich voraussichtlich nicht wesentlich von den bisherigen unterscheiden, hieß es. Derzeit müssten für ein Reisedokument rund 48 Euro bezahlt werden. Die Gültigkeit solle wie heute bei zehn Jahren liegen. Ulrich Hamann, Geschäftsführer der im Jahr 2000 privatisierten Bundesdruckerei GmbH, geht davon aus, dass die EU sich in den kommenden Monaten auf künftige Sicherheitsmerkmale in Pässen einigt. Dann könnten digitale Reisepässe eingeführt werden.

Auf der Cebit stellt auch der Münchener Chipkartenkonzern Giesecke&Devrient seine Krankenkassen-Chipkarte vor, die voraussichtlich im Jahr 2006 ausgegeben wird. Rund 70 Millionen Versicherte müssen mit einer solchen Karte ausgestattet werden. Giesecke & Devrient bezifferte die Kosten für die elektronische Gesundheitskarte auf eine bis 1,7 Milliarden Euro. Konzernchef Willi Berchtold sagte, das Projekt habe eine größere Dimension als die Lkw-Maut. Die neue Gesundheitskarte soll mit einem Foto versehen sein, Verwaltungsdaten und medizinische Informationen des Patienten enthalten. Die Karte soll die elektronische Abwicklung von Rezepten ermöglichen und damit pro Jahr Kosten in Millionenhöhe einsparen.

Bislang ist allerdings die Finanzierung der neuen Gesundheitskarte noch ungeklärt. Denn zusätzlich zu der Ausgabe der Patientenkarte müssen 350000 Ärzte, 22000 Apotheken, 2000 Kliniken und 300 Krankenkassen vernetzt werden.

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