DIHK-Umfrage : Optimismus boomt

18.02.2010 00:00 UhrVon Carsten Brönstrup

Firmen planen für den Aufschwung: Erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise blicken die deutschen Unternehmen wieder überwiegend zuversichtlich in die Zukunft.

Berlin - Es gebe wieder mehr Optimisten als Pessimisten, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), am Mittwoch in Berlin. „Wir erleben den raschesten Zuwachs bei den Geschäftserwartungen seit 30 Jahren“, erklärte er. Seine Prognose für das Wirtschaftswachstum erhöhte der Verband von 2,0 auf 2,3 Prozent – viele Ökonomen sind pessimistischer.

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Die mehr als 25 000 befragten Unternehmen schätzten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Geschäftserwartungen für die kommenden Monate positiver ein als noch im Herbst. Drei Viertel bezeichneten ihre Lage als gut oder als zumindest befriedigend, fast acht von zehn Unternehmen rechnen mit besseren oder gleich bleibenden Geschäften in der nächsten Zeit. Vor allem in der Industrie wächst die Zuversicht. Die stärksten Impulse kommen der Umfrage zufolge von der Exportwirtschaft, auch würden die Firmen wieder stärker investieren. Dies bedeute, dass die Wirtschaft „allmählich in Richtung Vorkrisenniveau strebt“, erklärte der DIHK.

Angesichts der guten Stimmung dürfte sich der Arbeitsmarkt weitaus positiver entwickeln als bislang vermutet, nimmt Wansleben an. „Es besteht berechtigte Hoffnung, dass bereits in diesem Jahr eine positive Trendwende bei der Beschäftigung einsetzt“, heißt es in der Studie seines Verbands. Im Schnitt werde die Krise dann 400 000 Jobs gekostet haben. 79 von 100 Unternehmen wollen ihren Mitarbeiterstand zumindest stabil halten, der Rest plant Entlassungen. So meldeten vor allem Firmen aus der Leiharbeits-Branche eine steigende Nachfrage – dies gilt als Frühindikator für den Jobmarkt. Als größtes Risiko für die Konjunktur wertet der DIHK eine Kreditklemme. Von den Großunternehmen haben bereits 19 Prozent Schwierigkeiten mit der Finanzierung, beim Mittelstand sind es 28 Prozent.

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