DIHK-Umfrage : Unternehmen wollen weniger im Ausland investieren

Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen plant geringere Auslandsinvestitionen als im Vorjahr. Der Standort Deutschland profitiert davon allerdings nicht.

Rund 40 Prozent der Unternehmen planen geringere Auslandsinvestitionen als im Vorjahr, lediglich 17 Prozent wollen ihre Budgets aufstocken. Damit übertrifft die Zahl der Unternehmen, welche nicht weiter im Ausland investieren wollen, erstmals seit 1995 die Unternehmen mit verstärktem Auslandsengagement.

Dieser Negativtrend geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, welche unter Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes durchgeführt wurde. Als Folge der Investitionskrise rechnet der DIHK damit, dass knapp jeder zehnte der rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze deutscher Industrieunternehmen im Ausland wegfallen wird.

Ausschlaggebend für die Zurückhaltung der Unternehmen ist insbesondere die Unklarheit über die Dauer und das Ausmaß der Wirtschaftskrise sowie die dadurch unsicheren Geschäfts- und Exporterwartungen. Der Investitionsstandort Deutschland profitiert von der rückläufigen Auslandsaktivität nicht, im Gegenteil wollen die Unternehmen auch im Inland weit weniger investieren. Wer einmal die Produktion ins Ausland verlagert habe, komme selten zurück, so DIHK-Chefvolkswirt Treier.

Am stärksten betroffen von den rückläufigen Auslandsinvestitionen sind die EU-Beitrittsstaaten Mittel- und Osteuropas. China, das übrige Asien und Russland haben dagegen trotz insgesamt sinkender Investitionsbudgets nur wenig an Bedeutung für die Industrieunternehmen verloren, die alten Mitgliedstaaten der Europäischen Union gar nicht. (ds)

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