Wirtschaft : DIHT fordert schnelle Euro-Umstellung

Kommunen schlecht vorbereitet / Finanzverwaltungen sollen Euro-Steuererklärungen akzeptieren BONN (AFP).Die deutsche Wirtschaft bescheinigt den Kommunen großen Nachholbedarf bei der Vorbereitung auf den Euro.Weniger als ein Jahr vor dem Start der Europäischen Währungsunion hätten fast zwei Drittel der Kommunen noch nicht mit der Vorbereitung auf die Umstellung begonnen, teilte der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) am Dienstag unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den Gemeinden mit.Besonders ausgeprägt sei die "Euro-Zurückhaltung" bei kleinen Gemeinden.Dagegen hätten in fast allen Großstädten die Vorbereitungen begonnen.Es sei zu befürchten, daß die Kommunen als Partner der Wirtschaft mit der Einführung des Euro Anfang 1999 nicht so handlungsfähig sein werden, wie das aus Sicht der Unternehmen wünschenswert wäre, erklärte der DIHT.Unternehmen, die bereits frühzeitig auf Euro umstellten, drohten Mehrkosten und damit Wettbewerbsnachteile, erklärte der DIHT.Die Unternehmen hätten ein großes Interesse, auch im Verkehr mit den Kommunen frühzeitig den Euro verwenden zu können.55 Prozent der Betriebe wollen ihr Rechnungswesen den Angaben zufolge bereits vor der Einführung der Euro-Münzen und Scheine im Jahr 2002 umstellen.Die öffentliche Verwaltung richte sich aber darauf ein, erst ab 2002 mit dem Euro arbeiten zu wollen, bedauerte der DIHT.Die Finanzämter und die Sozialversicherungsträger sollen einem Beschluß der Länderfinanzminister zufolge erst 2002 und damit zum spätestmöglichen Zeitpunkt auf Euro umstellen.Über diesen im Januar gegen den Widerstand der Länder Thüringen und Hessen getroffenen Beschluß wollten die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in Berlin noch einmal beraten.Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte die Ministerpräsidenten am Dienstag auf, den Beschluß der Finanzminister rückgängig zu machen.Ein behördlicher Zwang, Steuererklärungen noch bis Ende 2001 ausschließlich in D-Mark abzugeben, sei für die Wirtschaft unzumutbar.Die Wirtschaft hoffe, daß die Finanzverwaltung in Deutschland Steuererklärungen in Euro ab dem kommenden Jahr akzeptiere, erklärte der DIHT.Für Unternehmen und Gemeinden, die viele Kontakte zur Finanzverwaltung hätten, würde dies gleichermaßen Klarheit bringen.61 Prozent der Kommunen gaben bei der Umfrage an, noch nicht mit den Vorbereitungen zum Euro begonnen zu haben, konkrete Maßnahmenpläne konnten nur fünf Prozent vorweisen.In Wartestellung sind nur vier Prozent der Großstädte, aber 76 Prozent der Gemeinden mit bis zu 10 000 Einwohnern.

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