Direct Group : Bertelsmann teilt Clubsparte auf

Die Keimzelle des modernen Bertelsmann Konzerns - die Buchclubs - werden vom Unternehmen aufgeteilt. Das US-Geschäft geht an den konzerneigenen Verlag Random House.

GüterslohDer Bertelsmann-Konzern spaltet seine Clubsparte Direct Group auf. Das USA-Geschäft mit Clubs wie Bookspan und Columbia House werde mit sofortiger Wirkung der konzerneigenen Buchverlagssparte Random House mit Sitz in New York zugeschlagen, teilte Bertelsmann mit. Der Rest des Clubgeschäftes in Europa und Asien bleibe als eigene Sparte erhalten, die künftig von dem Spanier Fernando Carro geführt werde. Carro ist bereits jetzt für die Clubgeschäfte in Zentral- und Westeuropa zuständig. Er wird künftig direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG berichten.

Der bisherige Vorstandschef der Direct Group, Ewald Walgenbach, verlässt Bertelsmann Ende des Jahres und wechselt zum Investmentunternehmen BC Partners. Die Direct Group hatte im vergangenen Jahr weltweit mit 15.000 Beschäftigten 2,7 Milliarden Euro umgesetzt und einen operativen Gewinn in Höhe von 110 Millionen Euro erzielt. Die Direct Group war damit nach Random House die zweitkleinste der sechs Bertelsmann-Sparten. Walgenbach hatte das lange Zeit defizitär arbeitende Clubgeschäft im Jahr 2003 zurück in die schwarzen Zahlen geführt.

Aufstieg mit Clubidee

Die Bertelsmann Clubs gelten als Keimzelle des modernen Bertelsmann Konzerns. Mit der Buchclubidee hatte Nachkriegsgründer Reinhard Mohn den Grundstein für das Wachstum des einstigen Verlagshauses zum international agierenden Medienkonzern gelegt. Derzeit werden weltweit 35 Millionen Mitglieder gezählt. Bertelsmann-Konzernchef Gunter Thielen erneuerte sein Festhalten am Endkundengeschäft.

Das US-Geschäft der bisherigen Direct Group hat nach Angaben eines Bertelsmann-Sprechers derzeit ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Es wird künftig von Stuart Goldfarb geführt, der an den Vorstandsvorsitzenden der Random-House-Gruppe, Peter Olson, berichten wird. Bertelsmann sei der führende Direktvermarkter von Musik und DVD in den USA. "Das Unternehmen wird unter dem Dach der weltweit agierenden Random-House-Gruppe auf dem wichtigsten Medienmarkt der Welt weiter wachsen", schreibt Thielen in einem Brief an die Bertelsmann-Mitarbeiter. (mit dpa)

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