Wirtschaft : Direkt Anlage Bank: Konzern mit roten Zahlen

Die Börsenkrise hat auch der Münchner Direkt Anlage Bank (DAB) hart zugesetzt. Im ersten Quartal 2001 seien "schätzungsweise" nur noch 45 000 neue Kundendepots hinzugekommen, teilte die Tochter der Hypo-Vereinsbank am Donnerstag in Frankfurt mit. Im vierten Quartal 2000 hatte die DAB noch mehr als 50 000 neue Kunden gewinnen können. Insgesamt zählt der Spezialist für Börsengeschäfte via Internet nun 463 800 Depots.

Auch im Boom-Jahr 2000 blieb der Direktbank-Konzern in der Verlustzone. Das Minus nach Steuern belief sich auf 3,9 Millionen Euro (7,6 Millionen Mark). Dies bedeutet einen Verlust je Aktie von 6,8 Cent. Dabei wurde die in Frankreich erworbene Self Trade SA aus der Gewinn- und Verlustrechnung noch herausgelassen. Diese wird erst in die Bilanz 2001 einbezogen. Die notwendigen Abschreibungen dürften das Ergebnis der Münchner nach Berechnungen des DAB-Vorstandes in den nächsten 15 Jahren mit insgesamt 281,2 Millionen Euro belasten.

Der Gewinn vor Steuern belief sich nach Firmenangeben auf 5,3 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Gründungskosten der DAB Schweiz in Höhe von 5,2 Millionen Euro sowie Verluste der Business Channel GmbH von 3,2 Millionen Euro.

In Deutschland konnte die DAB AG im vergangenen Jahr einen Vorsteuergewinn von 13,7 Millionen Euro verbuchen. Dies bedeutet eine Versiebenfachung im Vergleich zum Jahr davor. Beim Umsatz gab es sogar das beste Ergebnis seit der Gründung 1994: Die Bank legte um 149 Prozent auf 190,3 Millionen Euro zu, der Gewinn nach Steuern lag bei 3,7 Millionen Euro. Der Provisionsertrag belief sich dabei auf 139,1 Millionen Euro, der Zinsüberschuss auf 40,8 Millionen Euro. Bei der Anzahl der Depots fühlt sich die DAB inzwischen als "marktführend in Europa". Die Anzahl an durchgeführten Transaktionen habe im vergangenen Jahr bei etwa zwei Millionen gelegen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben