• "Direkt-Banking ist zum Selbstläufer geworden" - Diba-Chef Hafner über Segen und Fluch des Internet-Bankings

Wirtschaft : "Direkt-Banking ist zum Selbstläufer geworden" - Diba-Chef Hafner über Segen und Fluch des Internet-Bankings

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Vom Run auf die Direktbanken und Discount-Broker profitiert auch die Allgemeine Deutsche Direktbank AG (Diba). Vorstandschef Bernhard Hafner sagte, die Bank habe im vergangenen Jahr "alle Zuwachsraten übertroffen, die wir jemals zuvor erreicht hatten". Im Direktbankengeschäft lägen die Zuwächse sogar über den 30 Prozent vergangener Zeiten. Auch das Direkt-Brokerage, das erst im Herbst vergangenen Jahres freigeschaltet wurde, verzeichne massive Zuwächse. Dennoch sieht der Vorstandschef das Investment Banking nur als ein Standbein von vielen. Die Diba habe 500 bis 700 Millionen Mark investiert. Ziel sei es lediglich, "zu verhindern, dass die Kunden wegen des Internet-Brokerage zu anderen Instituten wechseln." Angesichts der aktuellen Überlastungsprobleme anderer Internet-Institute sagte Haffner: "Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Kapazitäten nicht überlasten."

Haffner bezeichnete die Hausse der Direkt-Institute im Fahrwasser der neuen Aktien-Kultur als positiv. "Direktbanking ist ein Selbstläufer geworden." Er kritisierte jedoch, dass die Leute geradezu in Aktien gehetzt würden. "Die Kunden vergleichen bei jedem Staubsaugerkauf alle Preise. Aktien zeichnen sie derzeit blind." So gebe es zwar Risikohinweise der Internet-Institute. "Ob das aber immer so durchdringt, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden."

Rund die Hälfte aller Geschäfte der Diba werden über das Telefon abgewickelt (20 Prozent allein über das neu eingerichtete Telefonbanking-System), zwischen 20 und 25 Prozent über das Internet und T-Online, der Rest per Brief oder Fax. Hafner sieht den Vorteil seines Instituts gegenüber den anderen Brokern in der breiten Diversifikation. "Die Aktivseite ist die Achillesferse der anderen Direkt-Institute." Baufinanzierung, Abrufkredite und Ratenkredite seien bei der Diba längst erhältlich, auf diesen Zug springen andere erst auf.

Allerdings sei die Diba zu wenig bekannt. Nichtkunden nähmen das Institut kaum wahr. Deshalb "machen wir jetzt auch Imagewerbung". Man wolle jedoch auch jetzt keine eigene Marke aufbauen. Eine "bestimmte Bekanntheit" sei jedoch wichtig. Zu den jüngsten Neuerungen der Diba gehört die Möglichkeit, Formulare online auszufüllen. Geplant sei auch ein Betreuungscenter nur für EMail-Anfragen.

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