Discounter im Netz : Aldi verkauft auch online - in Großbritannien

Bislang verkaufen sich Lebensmittel über das Internet eher mäßig. Nach mehreren Supermärkten wagt nun auch der Discounter Aldi ins Netz.

Mit Filialen ist Aldi wie Konkurrent Lidl in Großbritannien schon vertreten.
Mit Filialen ist Aldi wie Konkurrent Lidl in Großbritannien schon vertreten.Foto: picture alliance / dpa

Aldi baut in Großbritannien sein Geschäft mit einem neuen Online-Angebot aus. Der deutsche Discounter kündigte am Montag an, ab 2016 werde man zunächst Wein über das Internet verkaufen. Damit könne Aldi den Kontakt zu neuen britischen Kunden schaffen, erklärte der Chef der britischen Tochter, Matthew Barnes. Der Schritt gehöre zur langfristigen Strategie.

Aldi und Lidl wachsen in Großbritannien rasant, was vor allem auf Kosten der einheimischen Unternehmen wie Tesco, Asda und Morrisons geht. Aldi hält dem Forscher Kantar Worldpanel zufolge inzwischen 5,6 Prozent des britischen Marktes.

1000 Läden geplant

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von Aldi in Großbritannien nach eigenen Angaben um 31 Prozent auf 6,89 Milliarden Pfund. Der operative Gewinn fiel dagegen auf 260,3 Millionen Pfund nach 271,4 Millionen im Vorjahr. Hintergrund seien Preiskürzungen und höhere Personalkosten.

Aldi betreibt gegenwärtig 598 Läden in Großbritannien. Bis 2022 sollen es 1000 werden.

Lebensmittel sind schwieriger Markt

Im deutschen Markt sind Lebensmittel online bislang ein schwieriges Geschäft. Erfolgreichster Anbieter hierzulande ist Rewe.de in 70 Städten, vor Mytime, das zur nordwestdeutschen Bünting-Gruppe (Famila, Markant) gehört. Auch Edeka und Kaiser's-Tengelmann (Bringmeister) sind aktiv. Der Marktanteil liegt allerdings lediglich bei 0,6 Prozent.

Nicht nur in Großbritannien versucht sich der Discounter an Neuem: Seit vergangener Woche bietet das Unternehmen Musik über einen Streamingdienst an.

Delikatessen in Australien

Auch in Australien ist das Unternehmen aus Mühlheim an der Ruhr aktiv. Mehr als 350 Filialen betreibt Aldi dort.

Die Auslandsmärkte scheinen für den Discounter besonders interessant zu sein, um neue Strategien zu testen. Während in Großbritannien Weine übers Netz verkauft werden, sind es in Australien Delikatessen, die Einzug in die Läden halten. (rtr)

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