Wirtschaft : Dittmeyer: Valensina-Hersteller stellt Insolvenzantrag

stg

Der "Valensina"-Fruchtsafthersteller Rolf H. Dittmeyer hat am Dienstag wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Zuvor waren alle Versuche des 80-Jährigen gescheitert, einen starken Partner für das Bremer Unternehmen zu finden. Bei dem zuletzt abgesprungenen Interessenten handelte es sich nach Informationen unserer Zeitung um einen Privatmann aus Nordrhein-Westfalen, der im Hauptberuf Geschäftsführer einer Mineralwasserfirma ist. Weil kein anderer Partner mehr in Sicht war, weigerten sich die Hamburgische und die Bremer Landesbank als Dittmeyers Kreditgeber, weiterhin für die Liquidität des Verlustunternehmens zu sorgen.

Der Firmenchef hatte 1967 den Qualitäts-Orangensaft "Valensina" auf den Markt gebracht. Nach einem Hörsturz verkaufte er die Marke 1984 an Procter & Gamble. Als sich der US-Konzern 1998 davon wieder trennen wollte, kaufte Dittmeyer sie zurück, um sein Lebenswerk zu retten. Die 1999 in Bremen neu aufgebaute Produktionsstätte mit 50 Beschäftigten hatte nach Ansicht des persönlich haftenden Gesellschafters Friedrich Wilhelm Grabow "nicht genügend Eigenkapital, um die Anlaufstrecke zu überstehen". Bei der Gründung 1999 sei der Markt noch freundlicher gewesen, sagte Grabow, aber dann seien die Preise und Erträge gesunken. Horst-Günter Lucke, Vorstand bei der Bremer Landesbank, meinte, es gebe noch eine "Resthoffnung", dass der Betrieb fortgeführt werden könne.

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