Wirtschaft : DIW findet nach langer Suche einen neuen Konjunkturchef

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Düsseldorf Die fast zehn Monate dauernde Hängepartie um den künftigen Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin ist zu Ende: Am Dienstag hat sich die siebenköpfige Berufungskommission des Instituts nach Informationen des Handelsblatts dafür ausgesprochen, den bisherigen kommissarischen Abteilungsleiter Alfred Steinherr dauerhaft als Konjunkturchef an das DIW zu holen. „Die Entscheidung fiel einstimmig“, hieß es aus Institutskreisen. Offiziell lehnte das DIW einen Kommentar dazu ab. Die Entscheidung für Steinherr bedeutet einen Bruch mit der traditionell streng keynesianischen Ausrichtung der Konjunktur-Abteilung des DIW.

Zunächst sollte der 61-jährige Steinherr, Chefvolkswirt der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg und Ökonomie-Professor an der Universität Bozen, die Geschäfte der Konjunktur-Abteilung vertretungsweise führen, bis eine endgültige Lösung für die Nachfolge des in Ungnade gefallenen Gustav-Adolf Horn gefunden war. „Alle Beteiligten haben so viel Spaß an der Sache gefunden, dass man sich jetzt entschlossen hat, das Provisorium in eine Dauerlösung zu verwandeln“, heißt es im DIW.

Steinherr sei ein „exzellenter Forscher“, zudem verfüge er über breite Erfahrung in der Politikberatung und über einen sehr internationalen Horizont, hieß es aus dem Institut. In den 80er Jahren hat der gebürtige Münchner unter anderem für den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank und die EU-Kommission gearbeitet und vier Jahre das belgische Konjunkturforschungsinstitut IRES geleitet.

Nach der Entscheidung der Berufungskommission muss das Kuratorium des DIW, das im Herbst tagt, offiziell über die Personalie entscheiden. Dies gilt aber nur noch als Formsache. ost (HB)

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