Wirtschaft : DIW: Private Rente ist kein Wundermittel

BERLIN (hej).Ein Kapitaldeckungsverfahren, wie es die privaten Versicherer anwenden, ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kein "Wundermittel" für die Altersvorsorge.Wie die Berliner in ihrem jüngsten Wochenbericht schreiben, würden auch die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge erheblich überschätzt.Die Ökonomen empfehlen, die verschiedenden Vorsorgestrategien zu mischen."Ein Systemwechsel ist nicht notwendig", meint das DIW.

Die Invaliditätsgefahr sollte nach Auffassung der Berliner weiter im Umlageverfahren abgesichert werden, daher könne die Kapitaldeckung ohnehin nur einen Teil der Rentenversicherung ausmachen.Außerdem ließen sich die demographisch bedingten Probleme der Altersvorsorge nicht durch eine Umstellung des Finanzierungsverfahrens lösen.Vielmehr müsse man dafür sorgen, daß die Zahl der Erwerbstätigen, die die Altersversorgung finanzieren, steigt.Ein Umstieg von der Umlagefinanzierung auf die Kapitaldeckung zöge auch erhebliche Übergangsprobleme nach sich, gibt das DIW zu bedenken.Weder könne man die Versicherten, die bereits "Altansprüche" aufgebaut haben, enteignen, noch könne man die jetzt Erwerbstätigen doppelt zur Kasse bitten, indem sie weiterhin in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, gleichzeitig aber auch in eine private Versicherung.

Gegen die betriebliche Altersvorsorge spreche, daß sie die Mobilität des Arbeitnehmers hemme.Der Verlust des Arbeitsplatzes führe auch zu einer Entwertung der betrieblichen Altersanwartschaft, es denn die Absicherung geschehe über Direktversicherungen oder Pensionsfonds.

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