Wirtschaft : Dollar gegen die Unsicherheit

Frankfurt am Main/Paris - Die führenden Notenbanken weltweit steuern jetzt gemeinsam der wieder aufkommenden Vertrauenskrise zwischen den internationalen Bankhäusern entgegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) will in Kooperation mit der US-Notenbank Fed den europäischen Instituten längerfristige Dollar-Kredite zur Verfügung stellen. Auch die Bank of England, die japanische Notenbank und die Schweizerische Nationalbank beteiligen sich an der konzertierten Aktion. Die Märkte reagierten extrem positiv auf das Geld-Angebot, vor allem die Aktien von Banken legten kräftig zu.

„Nicht zuletzt Gerüchte um Engpässe bei einzelnen europäischen Banken dürften ausschlaggebend für die Maßnahme gewesen sein“, erläuterte Experte Rainer Satoris von HSBC Trinkaus. Im Euroraum haben vor allem Banken aus finanzschwachen Ländern Probleme, sich am US-Geldmarkt mit Dollar-Liquidität einzudecken.

Wie die Notenbanken am Donnerstag mitteilten, werden sie im Oktober, November und Dezember jeweils drei Monate laufende Dollar-Refinanzierungsgeschäfte auflegen. Diese ergänzen die bereits seit Mai 2010 laufenden wöchentlichen Dollar-Tender. Die erste Geldmarktoperation beginnt Mitte Oktober und läuft bis Anfang Januar. Der dritte und letzte Tender endet dann Anfang März. Alle drei Geschäfte würden zum Festzins bei voller Zuteilung an alle teilnehmenden Banken abgewickelt.

Die Papiere deutscher Banken legten am Donnerstag den dritten Tag in Folge zu. Die Titel der Deutschen Bank gewannen 5,8 Prozent, die der Commerzbank 7,8 Prozent. Damit erholten sie sich deutlich von ihren Kurseinbußen am vergangenen Freitag und dem folgenden Montag, als beide Aktien um jeweils mehr als 16 Prozent eingebrochen waren. Auch die Aktien der besonders stark in Griechenland engagierten Großbanken in Frankreich erholten sich am Donnerstag deutlich. Die Titel von Marktführer BNP Paribas schlossen in Paris sogar mehr als 13 Prozent fester. dpa/rtr

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