Wirtschaft : Dollar rutscht unter 1,70 DM

FRANKFURT MAIN)/WIESBADEN (HT (HB/ADN/AP).Die D-Mark hat am Donnerstag gegenüber US-Dollar und britischem Pfund stark zugelegt.Zugleich ging der deutsche Aktienmarkt mit fast 300 Punkten Verlust weiter auf steile Talfahrt.Der Dax notierte zum Handelsschluß bei 4747,33 Punkten.Damit verbuchte der Index gegenüber dem Vortagesschluß ein Minus von 293,54 Zählern.Seit Handelseröffnung hatten die "blue chips" kontinuierlich abgegeben.Nach Einschätzung von Händlern ist der erneute Skandal um US-Präsident Bill Clinton und die damit verbundene Angst einer Amtsenthebung Ursache für die Talfahrt an den Aktienmärkten.Der schwache US-Dollar habe den deutschen "blue chips" ebenfalls "stark zugesetzt", sagten Analysten.Die US-Währung fiel um mehr als drei Pfennig und wurde in Frankfurt amtlich mit 1,7063 DM notiert.Zum ersten Mal seit 16 Monaten rutschte die US-Währung nachmittags unter die Marke von 1,69 DM auf ein vorläufiges Tief von 1,6865 DM.

Händler sagten, zunächst habe die Aussage von Zentralbankratsmitglied Ernst Welteke, wonach es in Deutschland gegenwärtig keinen Grund für eine Zinssenkung gebe, den Dollar deutlich unter die 1,70-DM-Marke gedrückt.Die Aussage seines Kollegen Kühbacher, wonach der Dollar weiter unter Druck geraten kann, sorgte für weitere Verkäufe.Es hieß, der Kurs sei binnen einer Minute unter die 1,69-DM-Marke gefallen.Zur japanischen Währung wurde der Greenback gegen 15 Uhr mit 134,73 Yen gehandelt.

Die Asienkrise hat unterdessen voll auf den deutschen Außenhandel durchgeschlagen: Die Exporte in die Asean-Staaten brachen im ersten Halbjahr dieses Jahres um ein Fünftel ein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.Die Ausfuhren fielen um 19,7 Prozent auf 9,1 Mrd.DM und machten damit nur noch 1,9 Prozent der gesamten Exporte Deutschlands aus.Die Ausfuhren nach ganz Asien gingen in diesem Zeitraum um acht Prozent auf 46,5 Mrd.DM zurück.Allein der wichtigste deutsche Handelspartner in der Region, Japan, kaufte in den ersten sechs Monaten für mehr als eine Mrd.DM und damit rund zwölf Prozent weniger Waren in Deutschland ein.

Die russischen Finanzmärkte haben am Donnerstag positiv auf die Nominierung des bisherigen Außenministers Jewgeni Primakow als neuen Ministerpräsidenten des Landes reagiert.Der Rubel, der am Mittwoch noch bei einem Kurs von 15,77 Rubel zum US-Dollar gelegen hatte, wurde am Donnerstag nachmittag im elektronischen Interbanken-Handel mit 12,85 Rubel je Dollar getauscht.Im Morgenhandel hatte der Kurs sogar bei 10,7 Rubel zum Dollar gelegen.In den meisten Wechselstuben wurden nur noch zwischen acht und zehn Rubel für einen Dollar geboten.

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