Wirtschaft : Dollar-Zeichen in den Augen

HEIKE JAHBERG

Selten hat Geldanlage so wenig Spaß gemacht wie zur Zeit.Der Aktienmarkt versetzt mit seiner Berg- und Talfahrt die Anleger in Aufregung.Wie gewonnen, so zerronnen - das gilt zumindest für kurzfristig orientierte Aktiensparer.Und auch die Zinsen mickern weiter vor sich hin: Die Länder im Euroclub sind mit Blick auf die Maastricht-Kriterien gezwungen, sparsam und stabilitätsorientiert zu wirtschaften, und die niedrige Inflation tut ihr übriges.

Und doch gibt es sie - die Traumrenditen von 20 Prozent und mehr.Sagen zumindest jene, die mit windigen Anlageangeboten Kleinanlegern das Geld aus der Tische ziehen wollen.Sie locken mit Bankgarantien, Diamantengeschäften oder Beteiligungssparplänen, die angeblich ein Vielfaches von dem abwerfen, was die herkömmlichen Banken bieten.Trotz aller Warnungen von Verbraucherschützern und Aufsichtsbehörden fallen noch immer viele Sparer auf solche Tricks herein: Auf bis zu 60 Mrd.DM schätzen Experten den Schaden, den Anlagebetrüger jährlich anrichten.

Obwohl die Bankenaufsicht in Berlin ein wachsames Auge auf den grauen Kapitalmarkt hat, gibt es keinen wirklichen Schutz.Denn die Behörde ist nur für einen Teil dieser Geschäfte zuständig, und die Gewerbeaufsicht der Bundesländer hat oft nicht das nötige Fachwissen, um den Anlagehaien auf die Schliche zu kommen.Zudem sind die meist schon über alle Berge, wenn es zum Schwur kommt.Schützen müssen sich die Anleger selbst.Daß auch der vermeintlich so innovative Finanzvermittler keinen Goldesel im heimischen Stall stehen hat, muß jedem klar sein.Verspricht er dennoch deutlich mehr als der Markt bietet - Vorsicht! Doch wer vor lauter Dollar-Zeichen in den Augen keinen Blick mehr für solche Warnungen hat, dem ist leider nicht zu helfen.

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