Wirtschaft : Doppelgesicht

Sebastian Bickerich

So richtig weiß man immer noch nicht, was die Ukraine ist. Ein Teil Russlands? EU-Beitrittskandidat? Hoffnungsloser Fall? Nur die Farbe Orange bleibt in Erinnerung – und das Bild des vom Gift zerfressenen Präsidenten Juschtschenko.

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Ein sehr ukrainisches Buch: Rjabtschuks Beschreibung der Spaltung in einen europäisch geprägten Westen und orthodox geprägten Osten, seine Warnung vor „zwei Ukrainen“, seine Anmerkungen zur verspäteten Nationwerdung atmen Geschichte in jedem Satz. Vielleicht fehlt ihm die Lust an der überwölbenden These, die den Romancier Juri Andruchowytsch auszeichnet. Vielleicht greift im Zeitalter der Globalisierung Rjabtschuks nationalpatriotischer Ansatz zu kurz. Aber er macht klar, dass die Ukraine zu Europa gehört wie Frankreich und England.

Mykola Rjabtschuk . Die reale und die imaginierte Ukraine. Aus dem Ukrainischen von Juri Durkot. Edition Suhrkamp, Frankfurt a. M.. 176 Seiten, 9 €.

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