Wirtschaft : Doppelspitze: Neue Chefs für die WTO

GENF (rtr/AFP). Neuseeland und Thailand werden sich künftig den Vorsitz der Welthandelsorganisation WTO teilen. In Genf wurde am Dienstag nach monatelangem Tauziehen ein Kompromiß erzielt: Danach übernimmt der 50jährige Mike Moore, ein früherer neuseeländischer Premierminister, ab dem 1. September den Vorsitz der Organisation. Nach drei Jahren wird er vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Thailands, dem 52jährigen Supachai Panitchpakdi, abgelöst. Nach Angaben von Diplomaten muß dieser Vorschlag noch vom WTO-Rat genehmigt werden, der noch in dieser Woche zusammenkommt.Nachdem der Italiener Renato Ruggiero im April die Leitung der WTO abgeben hatte, hatten sich Neuseeland und Thailand um den Vorsitz beworben. Doch keines der beiden Länder konnte seinen Kandidaten durchsetzen. Seit Ende Juni wurde versucht, durch Teilung der Amtszeit beiden Ansprüchen gerecht zu werden. Die zwei Kandidaten selbst hatten bereits vor drei Wochen erklärt, sie seien zu dem jetzt gefundenen Kompromiß bereit. Bislang hatte das Mandat des WTO-Chefs eine Länge von vier Jahren.Die 134 WTO-Mitglieder waren tief gespalten über die Neubesetzung des Postens. Während sich vor allem die USA und weitere westliche Staaten hinter Moore stellten, genoß Supachai die Unterstütztung mehrerer asiatischer Staaten. Mit dem Teilungsansatz ist die WTO ähnlichen Personalkompromissen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gefolgt.

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