Wirtschaft : Doppelt so viele Flieger bis 2029 Airbus legt Prognose

für den Flugverkehr vor

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Berlin - In knapp 20 Jahren könnten weltweit mehr als doppelt so viele Passagierflugzeuge wie heute unterwegs sein. Die Gesamtflottenstärke dürfte von 14 000 auf rund 29 000 Maschinen im Jahre 2029 steigen. Das behaupten die Autoren einer Langzeitstudie, die der europäische Flugzeugbauer Airbus am Montag in Toulouse vorgelegt hat. Ein großer Teil der Flieger, die derzeit im Dienst sind, dürften bis dahin ausgemustert sein. So gehen die Marktbeobachter davon aus, dass Airlines bis 2029 insgesamt 26 000 neue Maschinen mit einem Gesamtwert von 3,2 Billionen Dollar (2400 Milliarden Euro) bestellen dürften – freilich nicht nur bei Airbus.

Die Experten untersuchen im Auftrag der EADS-Tochter jedes Jahr 300 Passagier- und Frachtverkehrsströme, befragen fast 940 Fluggesellschaften zu ihren Plänen und Bedürfnissen auf regionalen Märkten wie im Interkontinentalverkehr. Auf dieser Basis rechnen sie nun damit, dass angesichts steigender Treibstoffpreise und härterer Lärmschutzauflagen vor allem ökoeffiziente Modelle gefragt sein werden. Beim Wachstum spielten auch das Engagement von Billigfluggesellschaften – vor allem in Asien –, die weitere Marktliberalisierung und der notwendige Ausbau auf schon bestehenden Routen eine signifikante Rolle, hieß es.

Airbus ist bei seiner diesjährigen Langfristprognose leicht optimistischer als vor einem Jahr, als Fluggesellschaften massenhaft Bestellungen stornierten. Die Zahl der Flugzeugauslieferungen dürfte um jährlich 4,8 Prozent stiegen, was in der Summe 900 Maschinen zusätzlich entspricht. Das Wachstum dürfte vor allem vom Segment der Modelle mittlerer Rumpfgröße getrieben sein, das Airbus mit seiner A-320-Familie, Boeing mit der 737-Reihe bedient.

Bis 2029 dürfte ein Drittel des weltweiten Passagieraufkommens im asiatisch-pazifischen Raum generiert werden, nur noch jeweils 23 Prozent in den USA und Europa, sagt die Studie. In den Schwellenländern wachse der Bedarf an Flugzeugen am schnellsten – vor allem in Indien. Inwieweit Airbus von der Entwicklung profitieren kann, bleibt offen. Bisher teilte sich Europas Flugzeugbauer den Markt für mittel- bis riesengroße Maschinen fast allein mit Boeing. Doch Flugzeugbauer wie Embraer (Brasilien), Iljuschin (Russland) und Comac (China) dürften aufholen. Kevin P. Hoffmann

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