Wirtschaft : Dornier hat beim Mini-Jet die Nase vorn

Düsenverkehrsflugzeug von Fairchild-Dornier wird heute präsentiert / Jungfernflug im Januar

BERLIN / MÜNCHEN (du-).Mit der Präsentation des ersten Prototypen ihres DO 328 JET stellt Fairchild Dornier am Sonnabend in Oberpfaffenhofen bei München das kleinste, düsengetriebene Regionalverkehrsflugzeug der Welt vor.Rund 350 Exemplare des 34-Sitzers wollen die bayerischen Flugzeugbauer innerhalb von 15 Jahren an den weltweiten Markt bringen.Der Düsenjet soll am 20.Januar zum Jungfernflug starten.Damit liegt Fairchild Dornier rund ein halbes Jahr vor dem brasilianischen Konkurrenten Embraer, dessen 37sitzige EMB-135 im Herbst an den Start gehen soll. Der neue Dornier-Jet ist eine direkte Weiterentwicklung der zweimotorigen Propellermaschine DO 328, von der seit dem Erstflug im Jahr 1991 insgesamt 91 Maschinen verkauft wurden.Mit der Umrüstung auf zwei PW 306B-Düsenaggregate von Pratt & Whitney Canada folgt man dem Trend der Passagiere, die Strahlflugzeuge zu bevorzugen.Das neue Modell wird auf eine Höchstgeschwindigkeit von 700 Stundenkilometern und bis zu 2200 Kilometer Reichweite ausgelegt sein.Bei vergleichbaren Betriebskosten liegt sein Listenpreis von 10,9 Mill.Dollar nur um 1,3 Mill.Dollar über dem Propellermodell und knapp eine Mill.Dollar unter der EMB-135.Synergieeffekte bei der Fertigung und eine drastische, firmenweite Effizienzsteigerung ermöglichen nach Angaben des Unternehmens diese aggressive Preispolitik.Die ersten Aufträge konnte das seit 1996 zum amerikanischen Fairchild-Konzern gehörende Traditionsunternehmen des deutschen Flugzeugbaus bereits verbuchen.Die französischen Proteus Airlines haben sechs Jets bestellt, von der zum American Airlines-Verbund gehörenden, amerikanischen Aspen Mountain Air liegen vier Festbestellungen und vier Kaufoptionen vor.Embraer hat bisher einen Auftrag für acht EMB-135 von der französischen Flandre Air gemeldet.Auch eine Geschäftsreisevariante des neuen Dornier-Jets wird angeboten.Bis zum nächsten Frühjahr soll ferner über den Bau eines vergrößerten DO 728 für 70 Passagiere entschieden werden.Wenn es nach dem Willen der Hersteller geht, soll der DO 328-Jet das erste erfolgreiche deutsche Düsenverkehrsflugzeug werden.Abgesehen von der Beteiligung am europäischen Airbus-Konsortium hatte es in Deutschland nur zwei Versuche in dieser Richtung gegeben.Die Weiterentwicklung des vierstrahligen Modells "152" beim VEB-Flugzeugwerk Dresden war 1960 ein Jahr nach dem Absturz des Prototypen eingestellt worden.Zwölf Jahre später ging auch die erste bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken in Bremen konstruierte VFW 614 bei einem Absturz verloren.Das Projekt wurde nach dem Bau weniger Maschinen gestoppt, vier VFW 614 fliegen noch bei der Flugbereitschaft der Bundesluftwaffe und als Versuchsträger bei der Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar