Dow Jones : Aussicht auf Konjunkturpaket beschert New Yorker Börsen Kursgewinne

Der Aktienmarkt erholt sich langsam in den USA. Zum einen liegt das nach Ansicht von Experten an dem angekündigten Rettungspaket. Börsianer führten die leichte Erholung aber auch auf die Entspannung auf den Kreditmärkten zurück. Analysten erwarten indes vor der US-Wahl eine Megafusion in der Autobranche.

New York

Mit der Aussicht auf weitere Stützen für die schwächelnde Konjunktur durch die US-Regierung haben die New Yorker Börsen am Montag ihre Erholung der Vorwoche fortgesetzt. US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht die Gefahr eines langwierigen Wirtschaftsabschwungs und befürwortete deshalb vor dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses ein weiteres Konjunkturprogramm für die Vereinigten Staaten. Daneben führten Börsianer Zeichen für eine leichte Entspannung an den Kreditmärkten als Begründung für die Kursgewinne an. Positive Konjunkturdaten taten ihr übriges. Der Sammelindex der Frühindikatoren war im September überraschend gestiegen.

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) ging nach einer kleinen Schlussrallye mit einem Tagesgewinn von 4,67 Prozent auf 9265,43 Zähler aus dem Handel. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 4,77 Prozent auf 985,39 Zähler. Der Nasdaq Composite-Index stand mit 3,43 Prozent auf 1770,03 Punkte im Plus. Zeitweise hatten die Technologieaktien wegen Sorgen über die schwächelnde Konjunktur deutlich gelitten und der Index war bis auf 1698 Zähler gefallen. Der Nasdaq 100 legte um 3,13 Prozent auf 1352,76 Zähler zu.

Aktien der Energiebranche sind die Gewinner

Aktien aus dem Energie- und Ölsektor gehörten zu den großen Gewinnern und stützen die Indizes an der NYSE. Börsianer verwiesen auf den Anstieg des Ölpreises nach der Ankündigung einer Fördersenkung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Außerdem hätten sich die Analysten von Oppenheimer & Co. positiv zu Titeln der Energiebranche geäußert. Zudem hoben Börsianern zufolge die Zahlen von Halliburton die Stimmung für die Branche. Der Ölfeld-Ausrüster hatte im dritten Quartal einen höher als von Experten erwarteten Umsatz erzielt. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie fiel besser als vorhergesagt aus. Die Aktien sprangen um 13,91 Prozent auf 20,80 Dollar hoch. Im Dow-Jones-Index setzten sich die Titel Chevron Corp. mit plus 11,64 Prozent auf 69,61 US-Dollar an die Spitze. Die Aktien von ExxonMobil stiegen um 10,21 Prozent auf 74,99 Dollar.

Die Aktien von Wal-Mart Stores standen mit einem Plus von 1,23 Prozent auf 54,43 Dollar am Ende des Dow-Jones-Index, zeitweise waren sie bis auf 52,39 Dollar gefallen. Sorgen über sinkende Konsumausgaben belasteten die Aktien in der gesamten Einzelhandelsbranche, sagten Börsianer und verwiesen auf einen entsprechenden Analystenkommentar. Auch an der Technologiebörse Nasdaq machten Börsianer Sorgen über den zukünftigen Konsum für Kursverluste verantwortlich. Zeitweise drehten sogar die Indizes ins Minus. Am Markt mache sich die Befürchtungen breit, dass damit auch die Ausgaben für neue Technologien zurückgehen werden, sagten Händler. Research In Motion (RIM) fielen um 8,64 Prozent auf 53,91 Dollar.

Fusion von General Motors und Chrysler vor der US-Wahl?

Die Papiere von Spielwarenherstellern gerieten wegen schlechter Aussichten für das wichtige Weihnachtsgeschäft unter Druck. Beim weltgrößten Produzenten Mattel stagnierte der Gewinn im dritten Quartal praktisch bei 238 Millionen Dollar. Mattel sorgt sich
außerdem um sein Weihnachtsgeschäft. Die Titel verloren 2,01 Prozent auf 14,16 Dollar. Der Wettbewerber Hasbro überraschte zwar im abgelaufenen Quartal sowohl mit seinen Erlösen als auch mit dem Gewinn je Aktie positiv. Die Papiere konnten sich dem negativen Einfluss durch die Mattel-Zahlen allerdings nicht entziehen und gaben 4,15 Prozent auf 28,87 Dollar ab.

Die Aktien von General Motors (GM) gewannen mit einem Plus von 1,56 Prozent auf 6,53 Dollar weitaus weniger als der Gesamtmarkt. Der US-Autokonzern verhandelt einem Bericht der "Detroit News" zufolge mit Chrysler unter Hochdruck über eine Fusion möglichst noch vor der US-Präsidentenwahl Anfang November. Der Euro gab deutlich nach und wurde zuletzt bei 1,3317 Dollar gehandelt. US-Staatsanleihen entwickelten sich uneinheitlich. Zehnjährige Anleihen legten deutlich zu. (ml/dpa)

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