Wirtschaft : Dramatischer Einbruch am Werbemarkt

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Berlin (clk). Die Werbeausgaben sind in Deutschland zum ersten Mal seit 30 Jahren gesunken. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 31, 5 Milliarden Euro in Werbung investiert, teilte der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) am Dienstag mit. Das sind 5,1 Prozent weniger als im Boomjahr 2000. Auch für dieses Jahr rechnet der ZAW nicht mehr mit einem Aufschwung im Werbemarkt. Die Werbeeinnahmen sind in der ersten Hälfte des Jahres 2002 weiter gesunken. Selbst bei einem florierenden Weihnachtsgeschäft sei bestenfalls noch mit einer Stagnation zu rechnen, sagte ZAW-Präsident Hans-Henning Wiegmann.

Schuld sei die Flurbereinigung der New Economy, der Absturz der Börsenkurse und der Einbruch bei den Stellenangeboten und Pkw-Anzeigen, so Wiegmann. Einzelne Branchen steigerten ihre Werbeausgaben: der Versandhandel, Hersteller alkoholfreier Getränke und Tiefkühlkost und Versicherungen. Lidl, Fiat, Mannesmann und Coca Cola haben 2001 sogar ein Drittel mehr für Werbung ausgegeben als im Jahr zuvor. Das konnte den allgemeinen Abwärtstrend allerdings nicht aufhalten.

Die großen Verlierer der Werbeflaute sind die Tageszeitungen: Während sie 2000 ihre Werbeeinnahmen um 490 Millionen auf 6,5 Milliarden Euro erhöhen konnten, stürzten sie 2001 um fast doppelt so viel ab, um 914 Millionen auf 5,6 Milliarden Euro ab – ein Rückgang von 14 Prozent. Auch das Fernsehen als zweitstärkster Werbeträger verlor 236 Millionen Euro (minus 5,1 Prozent) und kam auf 4,5 Milliarden Euro. Erstmals sackten auch die Werbeeinnahmen bei den privaten Sendern ab. Zugelegt haben 2001 dagegen die Internetwerbung (plus 21 Prozent) und die Zeitungsbeilagen (plus 7,7 Prozent). Für Online-Werbung wurden 185 Millionen Euro ausgegeben. In den kommenden Jahren werden die Umsätze in der Werbebranche höchstens um drei Prozent steigen, prognostiziert der ZAW.

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