Wirtschaft : Drastischer Gewinneinbruch bei Sony Elektronikkonzern verkauft weniger Spielkonsolen

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Tokio (bas/HB). Der japanische Elektronik und Unterhaltungskonzern Sony steckt tief in der Krise. Für das erste Quartal musste das Unternehmen am Donnerstag einen herben Gewinneinbruch verkünden: Der Nettogewinn stürzte im Vergleich zum Vorjahr um 98 Prozent auf 1,12 Milliarden Yen (8,3 Millionen Euro) ab. Operativ macht Sony noch ganze 16,7 Milliarden Yen Gewinn, weniger als ein Drittel des Vorjahres.

Schuld an dem Gewinneinbruch ist unter anderem die Spielekonsole Playstation 2, die Sony weniger Erträge bringt als im Vorjahr. Auch in der Filmsparte kriselt es – hier verliert der Konzern derzeit sogar Geld, nachdem Filme wie „Hollywood Homicide“ floppten. Im vorigen Jahr hatte vor allem der Kinoerfolg von „Spiderman“ die Sparte äußerst profitabel gemacht. Jetzt fiel ein operativer Verlust von 2,4 Milliarden Yen an.

Die Zahlen kommen nur bedingt überraschend, denn für den eigentlichen Schock hatte Konzernchef Nobuyuki Idei vor drei Monaten gesorgt. Damals verkündete Idei nach einem glänzenden Jahr mit Rekordgewinnen aus heiterem Himmel, dass Sony in den Monaten Januar bis März in seinen Kernbereichen Verluste gemacht hat. So fiel im vierten Geschäftsquartal ein Nettoverlust von 111 Milliarden Yen an. Investoren stießen in Scharen Sony-Aktien ab. Der Kurs sank in zwei Tagen um ein Viertel, hat sich aber mittlerweile wieder im Zuge des guten Marktumfelds erholt. Sony leidet aber weiter unter einem enormen Preisdruck der internationalen Konkurrenz.

Preise für Fernseher unter Druck

Vor allem bei den Fernseh- und Digitalkameras sei der Preisdruck gewaltig, berichtete Sony. Der operative Gewinn der Elektroniksparte sank auf 12,8 Milliarden Yen, ein Viertel des Vorjahreswertes. Damit ist die nach Umsatz mit Abstand wichtigste Sparte allerdings wieder zum Gewinnbeiträger geworden. Sony-Chef Idei will das Elektronikgeschäft in diesem Jahr umbauen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Er hofft, durch neue Produkte die Investoren wieder zu Sony zu ziehen. Idei versicherte, er werde die Jahresprognose einhalten. Bis Ende März kommenden Jahres will Sony bei einem Umsatz von 7,4 Billionen Yen operativ 130 Milliarden Yen und unter dem Strich 50 Milliarden Yen verdienen. Der Konzern hofft vor allem für sein Elektronikgeschäft auf steigende Verbraucherausgaben in Europa und den USA im zweiten Halbjahr.

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