Wirtschaft : Drastischer Stellenabbau bei Alcatel 23000 Beschäftigte sollen beim Telekomausrüster gehen

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Paris (sah). Der französische Telekomausrüster Alcatel will mit Hilfe drastischer Stellenreduzierungen aus der Krise finden. Der Großkonzern will bis Ende nächsten Jahres die Zahl seiner weltweit Beschäftigten von 83 000 auf 60 000 verringern. Einst beschäftigte Alcatel über 100 000 Angestellte weltweit, Ende des vergangenen Jahres waren es noch rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland.

Mit dem Abbau von 23 000 Stellen will Alcatel bis Ende nächsten Jahres zwölf Prozent seiner Kosten einsparen und so im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Alcatel ist wie die gesamte Branche wegen der Krise des Telekommarktes in die Schieflage geraten. Die Börse reagierte positiv auf die Nachricht: An der Pariser Börse stieg die Alcatel-Aktie am Freitag bis zum Börsenschluss um 7,57 Prozent auf 2,70 Euro.

Bereits in diesem Jahr hatte Alcatel mehr als 10 000 Stellen gestrichen, überwiegend mit Hilfe von Alters- und Teilzeitregelungen oder Auflösungsverträgen. Im deutschen Alcatel-Werk in Stuttgart hieß es noch im Juni, es sollten im laufenden Jahr rund 1000 Jobs wegfallen und eine Beschäftigungszahl von etwa 5200 erreicht werden. Zu seinen deutschen Produktionsstätten machte Alcatel am Freitag keine Angaben.

Das Unternehmen hat sich vorgenommen, dass der Jahresumsatz keinesfalls unter die kritische Marke von zwölf Milliarden Euro fallen darf. Deshalb sind zur Sanierung in den nächsten drei Quartalen Abschreibungen in Höhe von 500 Millionen Euro geplant sowie die Reduzierung der Schulden bis Ende 2002 unter den Stand von 2001.

Im zweiten Quartal hatte der Ausrüster 4,24 Milliarden Euro erwirtschaftet, rund ein Drittel weniger als im Vergleichsquartal 2001. Für das laufende dritte Quartal wird jetzt mit einem weiteren Umsatzrückgang um 15 Prozent gerechnet. Für das zweite Halbjahr dieses Jahres könnte der Umsatz nach Alcatel-Voraussagen damit um zehn Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr schrumpfen. Für das vierte Quartal erhofft der Konzern sich bereits bessere Geschäfte.

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