Wirtschaft : Drei Kandidaten für DIW-Chefposten

BERLIN (jhw).Axel Börsch-Supan, Robert Holzmann oder Gert Wagner - einer dieser drei Hochschullehrer wird neuer Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.Wie aus Kreisen der Berufungskommission verlautete, stehen diese Ökonomen in der engeren Wahl als Nachfolger von Lutz Hoffmann, der das Institut im Herbst verläßt.

Börsch-Supan, Jahrgang 1954, ist Professor für Makroökonomik und Wirtschaftspolitik an der Universität Mannheim.Holzmann, 49 Jahre alt, lehrt an der Universität Saarbrücken und arbeitet derzeit für die Weltbank, als Direktor am Board for Human Development and Social Protection.Der 46jährige Wagner, der einen Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftforschung und Wirtschaftspolitik an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) innehat, leitet zugleich das "Sozio-Ökonomische Panel" am DIW.

Fünf Aspiranten hatten sich am Donnerstag und Freitag mit Vorträgen der Berufungskommission, dem Kuratorium und der Belegschaft in Berlin vorgestellt.Zwei Kandidaten fielen dabei durch: der Heidelberger Wissenschaftler Frieder Meyer-Krahmer und der Würzburger Geld-Experte Peter Bofinger.

Wenn das Verfahren wie geplant verlaufen ist, dürfte die Berufungskommission ihre Reihenfolge der fünf Professoren an das Kuratorium weitergeleitet haben.Offenbar gibt es aber in diesem Gremium keine Übereinstimmung mit der Wahl der Kommission für den ersten Platz der Bewerber.Denn sonst hätte das Kuratorium am Sonntag einen Namen veröffentlichen können - was im übrigen unter der Woche noch als wahrscheinlich galt.

Den Kommissionskreisen zufolge haben sich die zwölf Mitglieder unter Leitung des Vorstandssprechers der Bankgesellschaft Berlin, Wolfgang Rupf, zunächst auf drei Namen verständigt.Das Kuratorium des Instituts werde die Berufung endgültig vornehmen.Wann dies passiere, stehe aber derzeit noch nicht fest, verlautete am Sonntag weiter.

Ende September gibt der amtierende Präsident Lutz Hoffmann seinen Chefposten beim DIW ab.Er hatte 1989 das Zepter von Hans-Jürgen Krupp übernommen, der nach Hamburg wechselte, zunächst in die Politik, dann zur Landeszentralbank.

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