Wirtschaft : Drei mächtige Männer mit mysteriösen Zielen

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Beliebt haben sie sich auf der Hauptversammlung der Commerzbank AG nicht eben gemacht, die drei Männer mit den mysteriösen Motiven. Clemens Johannes Vedder, Klaus-Peter Schneidewind und Hansgeorg Hoffmann, die derzeit wohl umstrittensten Aktionäre in der deutschen Finanzszene, lassen die übrigen Anteilseigner von Deutschlands viertgrößtem Geldhaus weiter im Unklaren über das, was ihre Beteiligungsgesellschaft Cobra mit dem Commerzbank-Aktienpaket anzufangen gedenkt. Viele sind jedoch besorgt - das Ansehen der drei in der Öffentlichkeit ist für die einen bestenfalls illustre, für andere eher sinister. Der Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann (56) erscheint dabei noch am ehesten als Saubermann, auch wenn er als Ex-Dresdner-Bank-Vorstand wegen Steuerhinterziehung vor gut zweieinhalb Jahren seinen Sessel räumen musste. Branchenkennern zufolge hat er seinen erzwungenen Abschied bis heute nie ganz verwunden und sonnt sich daher jetzt umso genüsslicher im Lichte der Öffentlichkeit.

Für Schneidewind (52) und Vedder (53), denen je zur Hälfte die Cobra-Muttergesellschaft Rebon B.V. mit Sitz in Amsterdam gehört, ist der Ex-Banker eine Art Feigenblatt, verlangen doch die deutschen Aufsichtsbehörden bei Engagements in der Cobra-Größenordnung erfahrene Finanzfachleute. Das aber sind die beiden nicht - sie gelten in der Fachwelt als kompromisslose Spekulanten, die Aktienpakete günstig einkaufen - meist mit dem Geld anderer, nicht genannter Leute - und möglichst teuer wieder verkaufen. In der Vergangenheit haben sie damit mehrfach einen guten Schnitt gemacht, etwa mit Anteilen der Handelsgruppen AVA und Spar oder der Immobiliengesellschaft IVG. Schneidewind war früher Vorstandschef des Handelskonzerns Kaufring. Vedder, wohnhaft in Florida, hat früher als Immobilienhändler seine Brötchen verdient und dabei des öfteren den Unmut seiner Kunden, Geschäftspartner und gar diverser Staatsanwälte auf sich gezogen. Ende der achtziger Jahre schwenkte Vedder dann auf den einträglichen Handel mit Beteiligungen um. Mittlerweile sollen alle Vorwürfe gegen ihn geklärt sein, heißt es.

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