Wirtschaft : Drei Vertretungen für die Bahner

Gewerkschaften mit eigenen Traditionen

GDL

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nimmt für sich in Anspruch, die älteste Arbeitnehmerorganisation bei der Bahn – und in Deutschland überhaupt – zu sein. Sie wurde 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer (VDL) gegründet und hat heute nach eigenen Angaben rund 38 000 Mitglieder – viele davon sind allerdings Pensionäre. Zwei Drittel der knapp 20 000 Bahn-Lokführer sind bei ihr organisiert. Bei den etwa 10 000 Zugbegleitern soll die GDL auf einen Organisationsgrad von weit unter 50 Prozent kommen. Bis 2002 verhandelte sie zusammen mit den Konkurrenz-Gewerkschaften Transnet und GDBA, seither versucht sie, einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer und Zugpersonal auszuhandeln. Chef der GDL ist Manfred Schell, der im kommenden Jahr in Pension geht.

TRANSNET

Transnet wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet. Die Gewerkschaft sieht sich in der Tradition der ersten Eisenbahnergewerkschaft auf deutschen Boden, die am 8. Dezember 1896 in Hamburg gegründet wurde. Heute sind bei Transnet, die sich auch Verkehrsgewerkschaft nennt, nach eigenen Angaben mehr als 270 000 Menschen organisiert. Dazu zählen Lokführer, Rangierer, Berater in den Reisezentren der Deutschen Bahn und Mitarbeiter bei mehr als 280 anderen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen. Transnet erreicht bundesweit einen Organisationsgrad von gut 70 Prozent. Chef ist Norbert Hansen.

GDBA

Sie wurde vor rund 60 Jahren als Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter (GDBA) gegründet. Heute vertritt sie neben den Beschäftigten der Deutschen Bahn AG, des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) und des Eisenbahnbundesamtes (EBA) auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer privater Verkehrsbetriebe. Mit Transnet besteht seit August 2005 eine Tarifgemeinschaft. Die GDBA vertritt laut eigenen Angaben rund 65 000 Mitglieder. Vorsitzender ist Klaus-Dieter Hommel.Tsp

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