Wirtschaft : Dresdner-Bank-Chef tritt zurück Der Deutschbanker Walter wird Nachfolger von Fahrholz

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Frankfurt (Main) (ro). Nach rund drei Jahren an der Spitze der AllianzTochter Dresdner Bank tritt Vorstandschef Bernd Fahrholz zurück. Nachfolger wird Herbert Walter von der Deutschen Bank. Er verantwortet dort bislang das weltweite Privatkundengeschäft. Allianz und Deutsche Bank werden den Personalwechsel am heutigen Mittwoch offiziell bekannt geben, wie aus Kreisen verlautete. Überraschend ist weniger der vorzeitige Rückzug von Fahrholz als die Berufung des Deutschbankers, der das Institut auf eigenen Wunsch verlässt.

Über den Rücktritt von Fahrholz war schon länger spekuliert worden. Der 55-jährige Banker war nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank im April 2000 als Nachfolger von Bernhard Walter an die Spitze der Dresdner Bank gerückt. Aber er konnte die zweitgrößte deutsche Bank nicht nach vorne bringen, die Fusion mit der Commerzbank platzte im Juli 2000. Im April 2001 übernahm dann die Allianz die Dresdner Bank für rund 24 Milliarden Euro.

Fahrholz wurde hinter Henning Schulte-Noelle Vize-Chef des Versicherungskonzerns. Von den damals gesteckten Zielen allerdings sind Allianz und Dresdner Bank weit entfernt. Auch ein harter Sparkurs hat die Bank nicht auf Kurs gebracht. In den ersten neun Monaten 2002 bescherte sie dem Versicherungskonzern einen operativen Verlust von fast einer Milliarde Euro. Im vierten Quartal dürften nach Schätzungen von Analysten weitere Verluste zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro dazu gekommen sein. Fahrholz selbst hatte sein Verbleiben im Amt stets mit dem Erfolg der Sanierung verknüpft.

Fahrholz’ Nachfolger Walter hatte in den 90er Jahren die Bank 24 aufgebaut. Er wird nach dem Wechsel zur Dresdner durch Rainer Neske ersetzt, wie die Deutsche Bank in einem internen Rundschreiben bekannt gab.

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