Wirtschaft : Dresdner Bank erwartet neue Belastungen

Frankfurt am Main - Die Finanzkrise hat die Dresdner Bank schwer gebeutelt und wird auch 2008 noch für Dämpfer sorgen. Nachdem die Bank bereits 2007 Bewertungskorrekturen in Höhe von knapp 1,3 Milliarden Euro auf Papiere im Zusammenhang mit dem US-Hypothekenmarkt vornehmen musste, könnte es in diesem Jahr weitere Belastungen von 550 Millionen Euro geben, wie Dresdner Bank-Chef Herbert Walter am Montag einräumte. Im Januar waren es bereits 350 bis 400 Millionen Euro. Durch die Folgen der Kreditkrise hat sich der Gewinn der Allianz-Tochter 2007 um mehr als die Hälfte von 870 auf nur noch 410 Millionen Euro halbiert, im dritten und vierten Quartal schrieb die Dresdner Bank rote Zahlen. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern lag 2007 bei nur noch vier Prozent. Bei der Deutschen Bank waren es mehr als 20 Prozent.

Nach Ansicht von Walter ist die Dresdner Bank von der dramatischen Entwicklung auf den Finanzmärkten mehr oder weniger überrascht worden und habe deshalb nicht rechtzeitig mit dem Verkauf von problematischen Papieren reagieren können. Betroffen ist in erster Linie die Investment-Banking-Sparte Dresdner Kleinwort, die 2007 einen Verlust vor Steuern von 759 Millionen Euro hinnehmen musste nach einem Überschuss von 422 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Als Folge der Krise werden dort in diesem Jahr 450 der weltweit rund 6 000 Arbeitsplätze gestrichen. Zum möglichen Verkauf der Investment-Banking-Sparte wollte sich Walter nicht äußern. „Wir beschäftigen uns in diesen Tagen nicht mit strategischen Fragen, wir wollen das Geschäft der Bank nach vorne bringen.“ Auch zu der Frage, ob die Dresdner Bank die Postbank kaufen will, schwieg Walter. Die operativen Geschäfte der Allianz-Tochter laufen nach Angaben von Walter gut. Mit Privat- und Geschäftskunden habe man 2007 ein Rekordergebnis verbucht. Die Zahl der Kunden stieg um 300 000 auf 5,7 Millionen. ro

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