DRESDNER BANK : Finanzkrise belastet Investmentbanking

OPERATIV SCHWARZE ZAHLEN

Gäbe es das Investmentbanking und die Finanzkrise nicht, hätte die Dresdner Bank ihrem Mutterkonzern Allianz im dritten Quartal Freude bereitet. Operativ schrieb das Institut mit 87 Millionen weiter schwarze Zahlen, die Überschüsse im Zins- und Provisionsgeschäft stiegen. Kräftig verhagelt wurde das Ergebnis von der Investmentbank Dresdner Kleinwort, die einen Verlust von rund 150 Millionen Euro verbuchte. Insgesamt brach das Ergebnis der Dresdner Bank um etwa 80 Prozent ein. Den Nettoverlust zwischen Juli und September bezifferte die Allianz mit 52 Millionen Euro – vor einem Jahr stand noch ein Überschuss von rund 280 Millionen Euro in den Büchern.

HOHE ABSCHREIBUNGEN

Tief in die roten Zahlen wurde die Bank wegen der Krise an den Finanzmärkten gerissen. Die Dresdner schrieb im vergangenen Quartal fast 600 Millionen Euro ab und rechnet auch in den letzten Monaten des Jahres mit weiteren – wenngleich geringeren – Wertberichtigungen. „Die Marktturbulenzen haben signifikante Spuren im Investmentbanking hinterlassen“, sagte Allianz-Finanzchef Helmut Perlet am Freitag.

TIEF IM SUBPRIME-MARKT

Besonders der Wert sogenannter strukturierter Finanzprodukte sank drastisch, da sich dafür derzeit keine Käufer finden. Das Handelsergebnis im Quartal wies ein Minus von rund 200 Millionen Euro aus. In forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS) war die Dresdner Bank per Ende September mit einem Volumen von 7,9 Milliarden Euro engagiert. In Subprime-Papiere hat die Bank rund zwei Milliarden Euro investiert – etwa 800 Millionen mehr als der Konkurrent Commerzbank. Von den US-Hypotheken für Kunden schlechter Bonität (Subprimes) war die Vertrauenskrise an den Märkten ausgegangen, die die Banken weltweit zu Milliardenabschreibungen gezwungen hat. Tsp

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