Dresdner Bank : Milliardenverlust – aber die Boni bleiben

Der teure Abschied der Dresdner Bank: Obwohl die Investmentbanker der Bank für eienn Großteil der Verluste verantwortlich sind, sollen sie im laufenden Jahr Bonuszahlungen erhalten.

Rolf Obertreis

Frankfurt/MainTrotz verheerender Verluste im Zuge der Finanzkrise sollen die Investmentbanker der Dresdner Bank im laufenden Jahr Bonuszahlungen erhalten. Diese im Sommer vereinbarte Regelung bestätigte der Finanzvorstand der Muttergesellschaft Allianz, Helmut Perlet, am Montag. Angeblich soll es um insgesamt 400 Millionen Euro gehen. Ein Drittel davon sollen Prämien sein, um die Investmentbanker auch nach dem geplanten Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank zu halten.

Die Investmentbanker sind für einen Großteil der bisher in der Krise verursachten Verluste bei der Dresdner Bank in Höhe von 3,7 Milliarden Euro verantwortlich. Allein im dritten Quartal verbuchte die Allianz-Tochter ein Minus von 1,35 Milliarden Euro. Es war das schlechteste Quartal seit Ausbruch der Finanzkrise. Für die ersten neun Monate beläuft sich der Verlust auf 2,43 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 917 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Erneut musste die Dresdner Bank wegen der Finanzkrise zwischen Juli und Ende September Wertberichtigungen in Höhe von 650 Millionen Euro bilden. Dabei wären die Korrekturen um rund 400 Millionen höher ausgefallen, hätte die Dresdner Bank nicht die unlängst gelockerten Bilanzierungsregeln genutzt.

Das schlechte Ergebnis ließ auch die Kapitaldecke der Bank weiter schrumpfen. Die Kernkapitalquote, die das Eigenkapital in Relation zu den ausgereichten Krediten wiedergibt, ging von 9,3 Prozent Ende Juni auf 8,1 Prozent Ende September zurück. Trotzdem will die Dresdner Bank nach den Worten von Allianz-Finanzchef Perlet im Gegensatz zum künftigen Eigentümer Commerzbank nicht auf das Banken-Rettungspaket zurückgreifen. „Aus heutiger Sicht“ sei das auszuschließen.

Am Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank will die Allianz nicht rütteln. Es gebe einen unterschriebenen Vertrag, und er sehe keinen Grund, warum die Übergabe noch scheitern sollte. Bis Ende 2009 will die Commerzbank die Dresdner Bank für rund 9,8 Milliarden Euro übernehmen.

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