Wirtschaft : Dresdner Bank prüft Angebot für Bankgesellschaft Berlin

Stefan Kaiser

Berlin - Die Dresdner Bank hat offenbar Interesse am Kauf der Bankgesellschaft Berlin. „Wir werden das sicherlich prüfen“, sagte Hans-Kornel Krings, Vorsitzender der Geschäftsleitung Berlin/Region Ost. Generell wünsche er sich, dass die Bankgesellschaft, die das Land Berlin im kommenden Jahr wegen Auflagen der EU-Kommission verkaufen muss, an eine Privatbank geht. „Wir haben ein Interesse daran, das deutsche Drei-Säulen- System aufzubrechen“, sagte Krings.

Hintergrund ist die Debatte um die in Deutschland gültige Trennung in Privatbanken, Genossenschaftsbanken sowie öffentlich-rechtliche Landesbanken und Sparkassen. Sollte die Bankgesellschaft samt Berliner Sparkasse im kommenden Jahr an eine Privatbank gehen, wäre diese Trennung durchbrochen. Schon 2006 muss die Bankgesellschaft ihre Tochter Berliner Bank verkaufen. Zurzeit verhandelt sie mit wenigen Bietern – nach Informationen aus Finanzkreisen sind dies die Deutsche Bank und die Mittelbrandenburgische Sparkasse. Die Berliner Volksbank soll als Ersatzkandidat bereitstehen. Die Dresdner Bank habe kein Angebot für die Berliner Bank abgegeben, sagte Jürgen Borchert, der mit Krings der Geschäftsleitung vorsitzt.

In der gesamten Region Ost, zu der neben Berlin auch die neuen Bundesländer gehören, hat die Bank ihre operativen Erträge im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent im Privatkundengeschäft und um 30 Prozent im Firmenkundengeschäft gesteigert. Man habe 100 000 neue Kunden gewonnen, sagte Borchert. „Auch das erste Quartal 2006 ist gut angelaufen.“ In Berlin betreut die Dresdner Bank 270 000 Kunden in 54 Filialen.

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