Wirtschaft : Dresdner Bank setzt auf die Allianz

Engere Zusammenarbeit mit Münchener Versicherungskonzern angekündigt

BERLIN (mo).Die Dresdner Bank will noch enger als bisher mit der Münchener Allianz zusammenarbeiten.Die Kooperation solle über die bisherige Zusammenarbeit im Versicherungsbereich hinausgehen und könne sowohl das Vermögensanlage-, das Bauspar- und das Immobiliengeschäft berühren, erklärte Vorstandssprecher Jürgen Sarrazin, der auch von einem erweiterten Know-How- und Vertriebsverbund sprach, im Rahmen der Halbjahrespressekonferenz der Dresdner Bank am Dienstag in Berlin.Eine engere Kapitalverflechtung mit dem Versicherungskonzern sei aber nicht vorgesehen, stellte Sarrazin klar.Während die Allianz ­ mit Münchener Rück ­ etwa ein Viertel des Kapitals an der Dresdner Bank hält, ist die Dresdner Bank umgekehrt an der Allianz Versicherung etwa mit zehn Prozent beteiligt. Die Fusion der Bayern-Banken, durch die die Dresdner Bank von ihrem traditionellen zweiten Branchenplatz auf Rang drei verdrängt wird, sei Ausdruck einer weltweiten Konsolidierung, die nun auch in Deutschland einsetze, betonte der Vorstanssprecher, stehe den eigenen Ideen aber nicht im Wege.Zwar werde der Wettbewerb, insbesondere in der Hypothekenfinanzierung, nun wohl etwas härter, doch sei man mit drei Töchtern in Deutschland, die etwa ein Viertel zur Bilanzsumme des Konzerns beitrügen, gut gewappnet.Im übrigen läßt die Bayern-Fusion den Dresdner-Bank-Vorstand ziemlich kalt: "Mit zusätzlich 100 Mrd.DM Bilanzssumme ist man noch kein global player," kommentierte Sarrazin den Zusammenschluß von Bayerischer Vereinsbank und Hypo-Bank. Die von der Bank angekündigte Kapitalerhöhung um 120 Mill.DM soll in erster Linie dem Aufbau der hauseigenen "Kriegskasse" dienen.Man wolle den Spielraum für strategische Maßnahmen nutzen, sagte Sarrazin.Die neuen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis von 20 zu eins zum Bezug angeboten.Gezeichnet werden können die Papiere zwischen dem 14.und 28.August.Der Bezugspreis wird kurzfristig festgelegt.Das Kernkapital dürfte sich nach Angaben des Vortands im Jahresverlauf auf über 17 Mrd.DM erhöhen.Dabei gebe es derzeit kein Interesse an einer Finanzbeteiligung in Deutschland, wohl aber richtet sich der Blick auf das Ausland, vor allem auf die USA, aber auch Großbritannien.Insbesondere das Investmentbanking soll verstärkt werden.Die gute Position, die man mit Kleinwort Benson im Investmentgeschäft vorweisen könne ­ europaweit liege man bei Aktienemissionen auf Platz eins ­ habe mit dazu geführt, daß man bei der weiteren Privatisierung der Lufthansa-Aktien die Führungsrolle spiele.Über die weitere Zusammensetzung des Konsortiums gebe es noch keine Klarheit. Mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr sei man sehr zufrieden.Das Konzernbetriebsergebnis stieg um 23 Prozent auf über 1,7 Mrd.DM.Die Bilanzsumme erhöhte sich seit Jahresanfang um 15 Prozent auf fast 646 Mrd.DM.Die bislang noch ­ gemessen an der Bilanzsumme ­ zweitgrößte deutsche private Geschäftsbank legte zum dritten Mal ihren Halbjahresausweis in Berlin vor.Der Neubau am Pariser Platz, der auch vier Vorstandsbüros vorsieht, wird im November bezugsfertig.

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