Wirtschaft : Dresdner Bank weist Schuld an ec-Panne zurück

FRANKFURT (MAIN) / KÖLN (AP).Rund 800 000 Kunden der Dresdner Bank und einiger kleinerer Institute haben seit Wochen ec-Karten in der Brieftasche, deren Geheimnummer (PIN) möglicherweise nicht vor Mißbrauch sicher ist.Wie ein Sprecher der Dresdner Bank am Montag bestätigte, wurden die betroffenen Kunden vor einer Woche schriftlich gewarnt.Noch in dieser Woche bekämen aber alle Karteninhaber per Post ihre neuen Geheimnummern zugeschickt.Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) versicherte, die Panne sei erkannt und behoben.Ein Risiko für die Kunden habe es praktisch nicht gegeben. Das Sicherheitsleck wurde bei einer Routineprüfung des zum BdB gehörenden Bankverlags in Köln aufgedeckt.Er ist zuständig für Kartendruck und Zuteilung der PIN.Wie BdB-Sprecher Thomas Schlüter erläuterte, führte ein technischer Fehler bei einer EDV-Umstellung zur Ausgabe der jetzt zurückgezogenen Geheimzahlen.Die Panne sei in einem Rechenzentrum passiert, das die Nummer ermittele. Der Bankverlag habe die Dresdner Bank sofort von dem Problem informiert, sagte deren Sprecher Stefan Scheer.Daraufhin seien unverzüglich die Kunden in einem Schreiben sensibilisiert worden, "besonders vorsichtig" mit ihren ec-Karten zu sein.Schlüter versuchte hingegen zu beruhigen.Das Risiko mit den Geheimnummern sei minimal gewesen.Am Montag seien die letzten Briefe mit den neuen Nummern an die Karteninhaber herausgegangen. Doch auch dabei könnten neue Risiken lauern.Von der Panne betroffene Kunden berichteten, daß ihnen die neue ec-Karte und die PIN-Benachrichtigung zwar mit getrennter Post, jedoch am selben Tag zugestellt worden seien.Hätte sich ein Betrüger beide Umschläge geschnappt, hätte er leicht das Konto des Adressaten abräumen können.Schlüter erklärte, ihm sei davon nichts bekannt.Unklar blieb auch, wer dafür haftet, falls eine ec-Karte eines Dresdner-Bank-Kunden in den vergangenen Wochen mißbräuchlich eingesetzt wurde.Die Dresdner Bank weist jede Schuld zurück.In Bankkreisen schließt man nicht aus, daß die Dresdner gegenüber dem Bankverlag Regreßforderungen stellt. Die Dresdner Bank und ihre Kunden wurden nach übereinstimmenden Aussagen von Scheer und Schlüter rein zufällig Opfer der Panne.Das Institut begann vor vier Wochen, turnusmäßig die ec-Karten seiner Kunden auszutauschen.Die in der ersten Welle erfaßten rund 800 000 Personen bekamen aber zunächst Geheimnummern, bei denen einzelne Zahlen häufiger vorkamen als andere.Das macht es Computerhackern theoretisch leichter, die Codes zu knacken, um gefundene oder gestohlene ec-Karten mißbräuchlich einzusetzen.

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